Positionspapier: „Fachkräftemangel: Neue Wege und Maßnahmen“ (22.07.2022)

Vor ein paar Tagen wurde uns dieses Positionspapier zugesendet, vielen Dank dafür. Wir haben uns hingesetzt und unsere Fragen und Gedanken dazu aufgeschrieben. Diesen Brief haben wir heute an die mitarbeitenden Verbände versendet.

Wir freuen uns, wenn wir bei solchen Ausarbeitungen dabei mitwirken können. Als Berufsverband vertreten wir alle pädagogische Fachkräfte und wir haben auf jeden Fall Mitglieder in den Regionen.

Positionspapier: „Fachkräftemangel: Neue Wege und Maßnahmen“

Positionspapier: Umgang mit dem Fachkräftemangel

Hier unsere Antwort:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit unserer Gründung im Januar 2021 sind wir ein stetig wachsender und aktiver Verband.

Gemeinsam mit Eltern, Trägern und Interessierten machen wir uns auf den Weg um die Bedingungen in den Kitas in Baden-Württemberg bedeutend zu verbessern. Wir wollen, dass Kitas zu einem Ort werden, an dem Kinder, Eltern und Pädagogen gemeinsam wachsen, leben und sich weiterentwickeln können – denn „wir stehen für Veränderung!“.

Wir verfolgen kontinuierlich unsere Ziele:

  1. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen
  2. Die Anpassung an einen zeitgemäßen Personalschlüssel
  3. Eine einheitliche und praxisnahe Ausbildung
  4. Die verpflichtende Zusammenarbeit zwischen Träger, Leitung, Team und
    Eltern.

Das von Ihnen entwickelte Positionspapier “Fachkräftemangel: Neue Wege und Maßnahmen” hat uns erreicht und in vielen Punkten stimmen wir mit Ihnen überein. Zu einigen Punkten wollen wir hier Stellung beziehen.

  1. Dimension des Fachkräftemangels

“Der Mangel an Fachkräften hat vielfältige Ursachen und hat sich über Jahre aufgebaut. Die Corona- Pandemie hat die Lage verschärft, weshalb die Situation der Kita-Träger aktuell schwieriger denn je ist. Politik, Eltern und Kita-Trägern muss klar sein: Es handelt sich hierbei nicht nur um eine temporäre, sondern um eine sicher über Jahre hinweg bestehende Problematik, die nicht nur die großen Städte trifft. Es gilt sich dies einzugestehen – auch von Seiten der Politik.

Die Diskrepanz zwischen fehlendem Personal einerseits und der Erfüllung des Rechtsanspruchs auf einen Kita- und bald auch einen Ganztagesschulplatz andererseits, muss offen kommuniziert werden. Dazu gehört auch, gemeinsam zu überlegen, was verändert werden kann oder muss – Personalschlüssel, Fachkraftdefinition, Öffnungszeiten oder Rechtsanspruch?”

  • In diesem Punkt gehen wir mit Ihnen konform und sehen hier die Politik und die freie Wirtschaft in der Verantwortung. Familien brauchen gewisse Flexibilitäten um Familie und Beruf gut miteinander zu vereinbaren. Hier braucht es generell eine familienfreundliche Arbeitspolitik. Die Arbeitgeber sind angehalten, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als selbstverständlich anzusehen und zu ermöglichen. Dies wiederum kann zur Folge haben, dass sich Eltern vermehrt dafür entscheiden, die Betreuung ihres Kindes selbst zu übernehmen, familiär zu regeln oder an Tageseltern zu übergeben. Kinder unter drei Jahren könnten dann im familiären Rahmen betreut werden, was für die kindliche Entwicklung und die Bindung von Mutter und Kind von großer Bedeutung ist.

Weitere Herausforderungen

“Die Situation wird sich durch den Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung im Grundschulbereich ab 2026 dramatisch verschärfen.”

  • Schon jetzt stehen wir vor der Herausforderung, dass viele Absolventen nach der Ausbildung nicht in die Kitas gehen, weil für sie die Arbeits- und Rahmenbedingungen nicht mit dem gesellschaftlichen und eigenen Anspruch übereinstimmen. Dies sorgt dafür, dass gut ausgebildete Fachkräfte diesem Arbeitsbereich sofort oder zeitnah den Rücken kehren. Wenn nun die Grundschulbetreuung, die mit mehr Urlaubszeiten und kürzeren Arbeitszeiten lockt, wird sich die Situation in den Kitas zusätzlich verschärfen.

“Zum quantitativen Mangel an Personal kommt der Mangel an qualifiziertem Personal. Eine Auswahl ist nicht mehr möglich. Die einzige Chance, die den Trägern bleibt, ist die intensive Weiterbildung der Mitarbeiter*innen. Coaching und Weiterbildung sollen dazu führen, dass die Mitarbeiter*innen auch in schwierigen Zeiten mit Erfahrung und Engagement souverän ihre Arbeit verfolgen und dem durch ständigen Personalmangel bedingten Herausforderungen optimistisch trotzen. Die Mittel für Weiterbildung und Fachberatung müssen stark erhöht werden und für alle zur Verfügung stehen.”

  • Unserer Meinung nach sollten Fachberatungen eine pädagogische Grundausbildung haben. So haben sie ein gewisses Hintergrundwissen um nachvollziehen zu können wo die Problematiken liegen.
  • Coaching und Weiterbildungen im Team halten wir für unabdingbar. Hier muss jeder Träger investieren, da er seinem Team gegenüber die Fürsorgepflicht hat. Die aktuellen Teams und pädagogischen Fachkräfte müssen gestärkt und gehalten werden. Die Ressource Team muss jetzt in den Fokus rücken!

“Wir müssen akzeptieren, dass pädagogische Berufe Weiterbildungsberufe sind und die entsprechenden praxisorientierten Konzepte entwickeln und umsetzen.”

  • Pädagogische Fachkräfte brauchen einen Anreiz und das Wissen, dass das was sie lernen und die Themen in denen sie sich weiterbilden auch in den Kitas umgesetzt werden kann. Der Sinn einer Weiterbildung sollte darin liegen, dass Gelerntes im Kita-Alltag eingebracht werde kann. Dies ist momentan oftmals nicht der Fall, da für die Umsetzung schlichtweg die Zeit und die Ressourcen fehlen.
  • Es müssen spezifische Stellen geschaffen werden wie zum Beispiel für Elternberatung, die auf eine fundierten Weiterbildungskonzepte beruhen und entsprechend höher entlohnt werden.
  • Oftmals können Weiterbildungen nicht wahrgenommen werden, da weder finanzielle noch Vertretungsressourcen zur Verfügung stehen. Hier liegt es an den Trägern, Anreize zu schaffen und ansprechende Weiter- und Fortbildungen für alle angestellten Fachkräfte zu ermöglichen.

 

  1. Struktur des Kita-Alltags

“Ganztägige Kitas mit Öffnungszeiten von bis zu 10 Stunden müssen den Kindern Freiräume wie z.B. zum „Streunen“ außerhalb der pädagogisch geplanten und beobachteten Situationen anbieten und ermöglichen. Die Anzahl und Qualifikation der zur Verfügung stehenden Mitarbeitenden wird sich dabei in den Kitas situationsbedingt unterscheiden. Deshalb können keine starren “Randzeitenkonzepte” erstellt werden.”

  • Das Freispiel wird im Kitaaltag ganz großgeschrieben. Die Kinder haben ausreichend Zeit um zu “streunen”. Die Freispielzeit ist die Zeit im Alltag in der die Kinder Zeit für sich haben. Sie werden zum freien, selbständigen und selbsttätigen Handeln befähigt. Dies geschieht in der Regel ohne Einmischung der pädagogischen Fachkräfte. Der Aufgabe ist es in dieser Zeit, sich bewusst zurück zu halten um die Kinder ihre eigenen Erfahrungen im eigenen Tempo machen zu lassen. Auch ein Freispiel wird im Hintergrund begleitet.

“Die Tagesstruktur muss, auf der Grundlage transparenter und einheitlicher Rahmenfaktoren, mehr in die Trägerverantwortung gegeben werden.”

  • Ergänzend hierzu merken wir an, dass dies in Zusammenarbeit mit dem Team, Leitung und dem Träger vor Ort, passend auf die jeweilige Einrichtung, stattfinden muss. Ausschlaggebend ist, hier die Situation der Einrichtung und nicht die dann möglichen Vorgaben durch die jeweilige Kommune.
  1. Realistisches Bild von den Arbeitsbedingungen zeichnen
  • Bisher wurde leider ein unrealistisches Bild von der Arbeit in den Kitas in den Köpfen der Gesellschaft verankert. Dies geschah durch falsche Zahlen die von der Politik und der Presse veröffentlicht wurden und durch einen hochgehaltenen Personalschlüssel der nicht die Realität widerspiegelt.

“Das Bild der Arbeit in der Kita muss sich also wieder mehr an den Tatsachen orientieren. Dazu gehört, dass derzeit ein Großteil der Arbeit darin liegt, auch große Gruppe von Kindern zu begleiten, Verwaltungsaufgaben verlässlich durchzuführen, junge und noch unerfahrene Kolleg*innen zu unterstützen, fordernde Eltern professionell zu betreuen sowie zu wissen, wann ein einzelnes Kind eine besondere Unterstützung oder eine kleine Gruppe eine individuelle Ansprache benötigt. Die Tätigkeit von Pädagog*innen bietet gleichzeitig Raum für Eigenständigkeit, für das Einbringen eigener Interessen sowie von Empathie und Begeisterung. Das frühe Aufzeigen aller Perspektiven würde zu einer realistischeren Sicht auf den Beruf führen.”

  • Dem stimmen wir uneingeschränkt zu. Um das alles auch gut umzusetzen benötigen wir ganz dringend Entlastung durch mehr pädagogische Fachkräfte, qualifizierte Zusatzkräfte und Zeit für und mit den Kindern. Hierfür ist es notwendig, den Bildungsauftrag in den Fokus der pädagogischen Arbeit zu rücken und zusätzliche Aufgaben wie z.B. im hauswirtschaftlichen Bereich oder in der Grünpflege abzugeben.
  1. Lösungsansätze: Flexibilität sowie Einsatz von Spezialist*innen und Zusatzkräften

“Die wichtigste Aufgabe ist und bleibt die Ausbildung. Um genügend Fachkräfte auszubilden, müssen weitere Möglichkeiten eröffnet werden, wie eine Vergütung der Auszubildenen in der klassischen Ausbildung analog der PiA-Ausbildung. Zudem wäre eine Auffächerung des Ausbildungsangebotes sinnvoll.”

  • Es wäre wichtig, dass die Ausbildung zeitgemäß überarbeitet wird und die Ausbilder*innen in den Kitas finanzielle sowie zeitliche Kapazitäten zu Verfügung gestellt bekommen.
  • Wenn es zu einer Aufweichung des Fachkräfteschlüssels kommt, haben wir die Befürchtung, dass der Anteil der ausgebildeten pädagogischen Fachkräfte immer kleiner wird und am Ende nur noch eine Betreuung bzw. Verwahrung der Kinder stattfinden kann. Der Ansatz von qualifizierten Zusatzkräften ist an sich nicht verkehrt, man muss aber eine gute und ausgewogene Balance zwischen Zusatz- und pädagogischen Fachkräften einhalten.
  • Wir erhoffen uns, dass mit dem ab September 2023 geltenden Direkteinstiegs-Programm viele qualifizierte Kräfte gewonnen werden können und sich die personelle Situation sowohl für die Kitas als auch für die kommende Ganztagsschulbetreuung sichtlich entspannt.
  1. Wissensmanagement und Lernen in der Praxis

“Ein wichtiges Element für eine gute Qualität ist auch die Personalbindung. Wir beobachten, dass Mitarbeitende aus dem Berufsfeld wechseln, da sie zu wenig Unterstützung für die täglichen Anforderungen erhalten. (Fach)Beratungs- und Anleitungsbedarf gibt es bei der Analyse von Spielsituationen, bei Kindern mit herausforderndem Verhalten, bei Inklusionsleistungen und bei vielem mehr.”

  • Eine Fachkraft deren Fähigkeiten gesehen, gefördert und weiterentwickelt werden, bringt diese Qualität in der Kita ein. Diese Fachkraft gibt ihr Wissen an andere Kräfte weiter und somit profitiert das gesamte Team. In den Kitas unseres Landes Baden-Württemberg ruht so viel Potential das nur auf Entdeckung und Entwicklung wartet. Hierfür braucht es Raum zur Entwicklung und Entfaltung der jeweiligen Kenntnisse aller Fachkräfte, was wiederum nur mit guten Arbeits- und Rahmenbedingungen gegeben ist.
  1. Flexibilisierung der Bezahlung, Akademiker*innen und Verwaltungskräfte

“Wenn es eine finanzielle Entlohnung für Zusatzqualifikationen, Zusatzaufgaben und besonders hohe Leistungsbereitschaft gäbe, entstünden zusätzliche Anreize und Entwicklungsperspektiven für Fachkräfte.”

  • Dazu gibt es aus unserer Sicht keine Ergänzungen. In unseren Augen muss dieser Punkt dringendst angegangen werden. In den meisten Berufsfeldern werden Zusatzqualifikationen sowie Zusatzaufgaben finanziell entlohnt. Hierdurch würden weitere Anreize geschaffen, sich diesem Berufsfeld zuzuwenden oder diesem erhalten zu bleiben.
  • Jede pädagogische Fachkraft mit Zusatzqualifikationen sollte auch finanziell davon profitieren können und hat das Recht höher eingruppiert zu werden. Es ist anzudenken, ob Zwischenstufen geschaffen werden können, zwischen dem Gehalt im Gruppendienst und dem mit Leitungsaufgaben.
  1. Zusammenfassung und Forderung

Zu folgenden Punkten haben wir noch Anmerkungen:

“Qualitativ hochwertige Arbeit muss auch in den jetzigen Gruppengrößen gelingen.”

  • Wünschenswert wäre es, wenn die Gruppengröße kleiner und das Personal qualitativ hochwertig ausgebildet ist. Darüber sind wir uns sicher alle einig. Die aktuellen Gruppengrößen überschreiten die wissenschaftlichen Empfehlungen erheblich.

“Pädagogische Fachkräfte müssen als Kerngruppe die Qualität in den Kitas sichern.”

  • Hier stellt sich die Frage was unter der “Kerngruppe” verstanden wird?

“Eine trägerübergreifende Praxis-Akademie in Stuttgart soll etabliert werden.
Qualifizierungsangebote müssen verstärkt dort angeboten werden.”

  • Eine solche Akademie sollte auch in anderen Kommunen und Landkreisen etabliert werden.

“Einsatz und Beurteilung der Qualifikation von Mitarbeiter*innen weitgehend in die Trägerverantwortung geben. Das heißt: Die Gestaltung der Teams wird durch den Träger (wie in anderen europäischen Ländern) gesteuert, bei einer Mindestanforderung von 70% Fachkräften.”

  • Hier sehen wir die Gefahr, dass nur auf den Ausbildungsabschluss und nicht auf die menschliche Zusammensetzung des Teams geachtet wird. Unserer Ansicht nach benötigt es mindestens 90% des Stellenschlüssels als pädagogische Fachkräfte in den pädagogisch arbeitenden Teams.

“Flexible Randzeitenkonzepte (über den Tag verteilt) unter Beteiligung von Kooperationen mit Sport- und Musikvereinen sowie Eltern, mit öffentlicher Förderung und Verankerung in den pädagogischen Konzepten.”

  • Eine Kooperation mit Eltern als Aufsichtsperson ist in unseren Augen nicht geeignet. Eine gute Erziehungspartnerschaft mit den Eltern ist uns zu wichtig, als dass wir sie durch die Randzeitenbetreuung gefährden möchten.

Wir bedanken uns bei Ihnen herzlich für die Arbeit und die Zeit die Sie in die Erstellung dieses Positionspapier gesteckt haben.   

Als Verband würden uns freuen mit Ihnen gemeinsam den Weg der Veränderung zu gehen und stehen Ihnen für eine Zusammenarbeit gerne zur Verfügung. 

 

Mit freundlichen Grüßen

Anja Braekow                                    Angela Becker                                     Anja Halder

Erste Vorsitzende                              Zweite Vorsitzende                             Dritte Vorsitzende

 

 

Monatsbericht Mai 2022

Immer am Ende des Monats versenden wir einen Monatsbericht an unsere Mitglieder.

Hier kannst Du unsere Aktionen, Fortschritte, Termin und Kontakte mitverfolgen.

Wir stehen für Rückfragen gerne zur Verfügung und freuen uns über Kommentare.

Wenn Dich unsere Arbeit neugierig gemacht hat oder Du uns unterstützen möchtest, als stillen oder auch als aktives Mitglied, dann melde Dich an uns sei Teil der Veränderung.

 

Wir treffen uns mit den Trägern und -verbänden (01.06.2022)

Am Mittwoch, den 1. Juni haben wir von Verbandsseite Trägervertretungen zum Onlineaustausch eingeladen.

Ziel des Treffens war es, mit großen und kleinen TrägervertreterInnen ins Gespräch zu kommen und zu signalisieren, dass wir uns ein Miteinander wünschen. Wir haben uns gefreut, dass so viele TrägervertreterInnen unserer Einladung gefolgt sind. Unsere Vorsitzende Anja Braekow hat alle Gäste herzlich willkommen geheißen und unsere Verbandsarbeit vorgestellt. Neben der Vorsitzenden wurde der Verband von allen Vorstandsvorsitzenden und drei weiteren Verbandsmitgliedern repräsentiert. Nach einer gegenseitigen Vorstellungsrunde stiegen wir thematisch mit dem ersten Tagesordnungspunkt  „Multiprofessionelle Teams“ und unseren Überlegungen hierzu ein.

Die TrägervertreterInnen wurden anschließend zum thematischen Austausch eingeladen. Die Beteiligung an der Austauschrunde war so groß, dass gemeinschaftlich entschieden wurde, den Gedanken und Sichtweisen der Teilnehmenden den Vorrang in der geplanten Tagesordnung zu geben. Unser zweiter TOP „Zusatzkräfte“ wurde im Anschluss vorgestellt. Da die Zeit schon vorangeschritten war, und es hier einige Parallelen zum ersten Punkt gab, fielen die Wortmeldungen hier kürzer aus.

Zum Schluss haben die TrägervertreterInnen sich für den bereichernden Austausch bedankt, unsere Haltung und die Gesprächsatmosphäre positiv hervorgehoben. Auch wir haben die Atmosphäre während der Veranstaltung insgesamt als sehr wertschätzend und gleichwertig erlebt.  Bereits im Juli wird es eine Fortsetzung dieses Austauschs zum Thema „Mitarbeitende binden und Mitarbeitende finden“ geben.

Monatsbericht vom März 2022

Jeder Monat ist geprägt von Erlebnissen, Begegnungen und Arbeit. Diese machen wir gerne, wir merken immer mehr, dass es sich lohnt.

Veränderungen kommen ins Rollen, langsam aber stetig werden wir wahr genommen und gehört.

Sei auch Du dabei bei dieser immer größer und lauter werdenden Bewegung.

Hier ist unser Monatsbericht zum runterladen.

Monatsbericht Verband März 2022

Und hier ist unser Monatsbericht zum Anschauen:

Wir freuen uns über die gute Zusammenarbeit und natürlich auch über Rückmeldungen.

Monatsbeitrag Februar 2022 (05.03.2022)

Im Februar haben wir vieles erreicht und unsere Kontakte ausgeweitet.

Wir werden jeden Monat mehr, der Februar hat uns einige neue Mitglieder gebracht. Komm zu uns, egal ob aktiv oder passiv. Wir wollen wachsen und wir wollen größer werden.

Hier findest Du den Monatsbeitrag zum Runterladen:

_Monatsbericht Verband Februar 2022

Pressemitteilung Protestaktion und Gemeindetag (03.03.2022)

In den Kitas des Landes arbeiten die pädagogischen Fachkräfte am Rande ihrer Belastbarkeit unter Bedingungen, die sich umgehend verbessern müssen. Die Baden-Württemberg und teils Deutschland weite Protestaktion #kitasamlimit und #esreicht findet deshalb großen Anklang. Mitten in dieser ohnehin prekären Situation zwischen Corona Wahnsinn und Fachkräftemangel bei steigenden Anforderungen wird die Kita-Welt erschüttert. Der Gemeindetag plant tiefgreifende Arbeitsplatzveränderungen welche am 23.02.2022 durch die Presse gingen.

Im Januar dieses Jahres legte die Agentur für Arbeit beeindruckende Zahlen vor: auf 100 freie Stellen kommen nur noch 79 Fachkräfte. Dies zeigt dass der Nachwuchs fehlt und immer mehr pädagogische Fachkräfte das Berufsfeld verlassen. Der Fachkräftemangel verstärkt sich somit immer weiter.

Die Höchstgruppengröße wie vom Gemeindetag vorgeschlagen um zwei Plätze zu erhöhen sorgt nur kurzfristig für mehr Betreuungsplätze. Die Situation für die Kinder stellt sich dann so dar, dass dann keine pädagogische Arbeit mehr möglich ist. Eine individuelle Entwicklungsbegleitung, Bildung und Erziehung können bereits jetzt schwer umgesetzt und unter den geplanten Maßnahmen gar nicht mehr gewährleistet werden.

Die Unterschreitung des Personalschlüssels um bis zu 20% lehnt der Verband Kita-Fachkräfte strikt ab. Seit Juni 2020 darf dies unter dem Deckmantel der Corona Pandemie bereits so umgesetzt werden. Dies führt zu einer noch höheren Belastung der arbeitenden Fachkräfte und wirkt sich signifikant auf deren Gesundheit aus.

Der Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg fordert eine Umkehr des eingeschlagenen Weges weg von der Aufbewahrung der Kinder hin zu frühkindlicher Bildung und Entwicklungsbegleitung. Kita sind keine Aufbewahrungsstätten für die Kinder. Hier werden Kinder in ihrem Handeln unterstützt und gefördert – Kitas sind Bildungsstätten.

Die Vorschläge des Gemeindetags sind spürbar finanziell motiviert und fernab jeglicher Kita-Praxis entstanden. Doch es sind Menschen, die diese Entscheidungen betreffen. Nicht nur die Fachkräfte, sondern auch Kinder und Familien werden es zu spüren bekommen. Der Fokus liegt nur noch auf der Verwahrung und Betreuung der Kinder und darunter leidet die Qualität. Hier stellt sich somit die unmittelbare Frage, welchen Wert die Kinder und deren Zukunft in unserer Gesellschaft haben.

Um der Öffentlichkeit und dem Gemeindetag deutlich zu zeigen, dass es so nicht weitergeht, ruft der Kita-Fachkräfte Verband Baden-Württemberg alle pädagogischen Fachkräfte sowie die, die sich mit ihnen solidarisch zeigen möchten, auf, sich an der stillen Protestaktion #kitasamlimit zu beteiligen und somit auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen.

Unsere Pressemitteilung kannst Du Dir hier runter laden und gerne an Deine örtliche Presse senden:

PM-kitasamlimit

Stand 23.02.2022
Stand 03.03.2022

 

Pressemitteilung zum Positionspapier des Gemeindestags (25.02.2022)

In den Kitas des Landes arbeiten die pädagogischen Fachkräfte am Rande ihrer Belastbarkeit unter Bedingungen, die sich umgehend verbessern müssen. Die Baden-Württemberg und teils Deutschland weite Protestaktion #kitasamlimit und #esreicht findet deshalb großen Anklang. Mitten in dieser ohnehin prekären Situation zwischen Coronawahnsinn und Fachkräftemangel bei steigenden Anforderungen wird die Kita-Welt erschüttert. Der Gemeindetag plant tiefgreifende Arbeitsplatzveränderungen welche am 23.02.2022 durch die Presse gingen (siehe Anhang).

Der Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg fordern eine Umkehr des eingeschlagenen Weges weg von der Aufbewahrung der Kinder hin zu frühkindlicher Bildung und Entwicklungsbegleitung. Die Vorschläge des Gemeindetags sind spürbar finanziell motiviert und fernab jeglicher Kita-Praxis entstanden. Doch es sind Menschen, die diese Entscheidungen betreffen. Nicht nur die Fachkräfte, sondern auch Kinder und Familien werden es zu spüren bekommen. Der Fokus liegt auf der Verwahrung und Betreuung der Kinder und darunter leidet die Qualität. Hier stellt sich somit die unmittelbare Frage, welchen Wert Kinder und deren Zukunft in unserer Gesellschaft haben. 

Bei den Prognosen zum Fachkräftebedarf wird dies erstmals deutlich. Die Höchstgruppengröße um zwei Plätze zu erhöhen sorgt kurzfristig für mehr Betreuungsplätze und somit zu weniger Investitionen in Neubauten und Sanierungen. Allerdings stellt sich die Situation für die Kinder dann so dar, dass pädagogische Arbeit noch weniger möglich sein wird. Eine individuelle Entwicklungsbegleitung, Bildung und Erziehung können bereits jetzt schwer umgesetzt und unter den geplanten Maßnahmen so gar nicht gewährleistet werden.

Die Unterschreitung des Personalschlüssels um bis zu 20% lehnt der Verband Kita-Fachkräfte strikt ab. Seit Juni 2020 darf dies unter dem Deckmantel der Coronapandemie bereits so umgesetzt werden. Dies führt zu einer noch höheren Belastung der arbeitenden Fachkräfte und wirkt sich signifikant auf deren Gesundheit aus.

Eine Vertretung in Kitas durch sogenannte geeignete Personen stellt sich für uns kritisch dar. Hier stellt sich die Frage, um welchen Personenkreis es sich hier handelt. Eine Vertretung durch Elternteile oder weitere ungelernte Personen kann hier nicht die Lösung sein. Um Kinder angemessen begleiten und fördern zu können benötigte es pädagogisches Wissen und Handlungsfähigkeit. Um die Folgen der Pandemie aufzufangen braucht es hier bessere Ausbildungen und nicht eine geringere oder gar nicht vorhandene.

Zusammengefasst kann mit diesen Vorschlägen niemals das Problem des Fachkräftemangel gelöst werden. Als Verband Kitafachkräfte stellen wir uns entschieden gegen diese vorgeschlagenen Maßnahmen egal ob temporär oder dauerhaft. Diese Forderungen führen zur weiteren Verschlechterung der Rahmenbedingungen und damit werden mehr pädagogische Fachkräfte verloren statt gewonnen. Dies führt allenfalls zu einer noch größeren Fluktuation in diesem bereits jetzt personell sehr schlecht aufgestellten Bereich.

Frühkindliche Bildung und deren Ausbau kostet nicht nur Zeit; das Geld ist in die Zukunft unserer Kinder investiert und das sollte wohl ein Bundesland investieren wollen und können.

Alle Kinder haben ein Recht auf Bildung und Erziehung, mehr als mit diesen Forderungen können diese Kinderrechte nicht mit Füßen getreten werden. Selbst ein halbes Jahr, in denen die Bildung der Kinder noch mehr auf der Strecke bleiben wird, kann und darf so nicht umgesetzt werden.

https://www.gemeindetag-bw.de/content/kita-fahrplan-2025

Protestaktion #kitasamlimit #esreicht (Start 13.02.2022)

Du fehlst noch! Mach mit!  

Der Verband für Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg ruft zur BaWü-weiten Protestaktion auf: 

#esreicht #kitasamlimit 

Die Kitas in BaWü sind am Limit. Die Corona-Fälle in den Kitas sind in den letzten Wochen explodiert. Immer mehr Kolleg*innen und Kinder erkranken. Es herrscht Chaos, doch die momentane Lage in den Kitas ist nicht durch die Corona-Krise entstanden, sondern eklatant verschärft worden. 

Wir Fachkräfte sind erschöpft von der Corona-Politik, den unendlichen Diskussionen über die gerade geltenden Regelungen, die Abwertung unseres Berufsstandes zu reinem Betreuungspersonal. Wir sind überlastet durch schlechte Rahmenbedingungen, einem Personalschlüssel der nicht zur Realität passt, von Anforderungen die nichts mit pädagogischer Arbeit zu tun haben. Wir werden bei wichtigen Entscheidungen nicht gehört, wir werden nicht gesehen und den Bildungsauftrag können wir schon lange nicht mehr erfüllen.  

Es reicht! 

Wir rufen dich auf, dich an unserer Protestaktion zu beteiligen. 

Unter dem beigefügten Link findest du alles was du brauchst. 

https://drive.google.com/drive/u/0/folders/1Uoxosho-mdKDkXd5jZq_JRJaTIJMzHMv

Druck dir die DIN A4 Schilder aus und mache ein Foto von dir mit den Schildern. Ob mit oder ohne Gesicht – ganz wie du magst. Poste es unter die Kommentare in Facebook, Instagram oder auf unserer Homepage oder schicke es uns an unsere E-Mail-Adresse: 

Info@verband-kitafachkraefte-bw.de 

für eine gigantische Foto-Collage. 

Die Schilder kannst du dir dann in deinem Auto befestigen und mit auf deine Reise durch deine Stadt/deinen Ort nehmen und dich mit allen Erzieher*innen solidarisieren. 

Leite diese Aktion an alle Erzieher*innen und Kitas weiter, die du kennst! 

Wir sind viele – gemeinsam sind wir stark! 

#esreicht 

#kitasamlimit 

#schlussmitdemchaos 

24.02.2022

03.04.2022

Baden-Württemberg schafft Quarantäne ab (02.02.2022)

Die neue aktuelle Corona Regelung sieht vor, dass die Absonderung der gesamten Gruppe bei Vorliegen eines relevanten Ausbruchsgeschehens in Kitas entfällt.  Es müssen nun nur noch positiv getestete Personen in häusliche Absonderungen. Das hat zur Folge, dass die Kinderbetreuung nicht mehr in einem geschützten Rahmen stattfinden kann. Das Bedürfnis der Eltern nach einer verlässlichen Kinderbetreuung ist verständlich und nachvollziehbar, aber doch bitte nicht auf Kosten der Gesundheit aller und nicht um jeden Preis. Infektionsketten können durch die neue Regelung nicht mehr unterbrochen werden und es findet eine unkontrollierbare Durchseuchung der Kinder und des Personals statt. 

Der Kitafachkräfteverband BW möchte deshalb auf die gravierenden Folgen einer solchen Durchseuchung hinweisen. Verkürzte Betreuungszeiten oder sogar komplett geschlossene Kitas werden an der Tagesordnung sein. Der reguläre Betrieb kann aufgrund fehlendem und überlastetem Fachpersonal nicht mehr aufrechterhalten werden. So entfällt das letzte Bisschen Planungsmöglichkeit das den Kitas bis jetzt noch geblieben ist. Für die Wirtschaft bedeutet das noch mehr Einbußen bei den Arbeitskräften, da diese zuhause bei ihren Kindern bleiben müssen. Die bisherige Regelung hat durch die Absonderung bei 5 Fällen oder 20% der Gruppe die gesunden Kinder vor einer Ansteckung geschützt. Jetzt werden schwere Verläufe, die es auch bei Omikron gibt, billigend in Kauf genommen, denn auch hier beträgt die Inkubationszeit 14 Tage. Die Befürchtung ist, dass es nun zu einem ständigen Auf und Zu der Kitas kommen wird. 

Was dem pädagogischen Fachpersonal jetzt bleibt ist die 5-tägige Testpflicht nach Auftreten eines positiven Falles und damit eine geringe Schadensregulierung. Es ist nicht die Aufgabe der Kitas die Überlastung der Gesundheitsämter aufzufangen, um damit endgültig die eigene schon vorhandene Belastungsgrenze zu überschreiten.  

Darum fordert der Kitafachkräfteverband BW im Infektionsschutz der Kitas noch einmal nachzubessern, denn der sieht in unseren Augen anders aus. In der Kita werden nun zwar die Kinder getestet, aber jeder weiß, dass das nur eine Momentaufnahme ist. In der Schule gibt es wenigstens noch die Maskenpflicht für die Schüler, auch diese entfällt im Kita Bereich, Kindern unter 6 Jahren ist das Tragen einer Maske nicht zumutbar. Die Testpflicht der geimpften und geboosterten pädagogischen Fachkräften ist noch immer nicht wieder aufgenommen, wo bitte ist hier der Schutz? 

Laut Kultusministerin Schopper (Grüne) sollen die Schulen relativ selbstständig entscheiden können ob es Wechsel- oder Fernunterricht geben wird. Das ist in Kitas nicht möglich. Das Fachpersonal und die Kinder sind den Viren ständig ausgeliefert. Hier sollte im Gesundheitsschutz nachgebessert werden, da die Hygienevorgaben im Falle eines positiven Tests wieder hochgefahren werden müssen. Mit dem derzeitigen Reinigungspersonal ist das nicht zu leisten.  

Um das nun doch erhöhte Testaufkommen, das auf die Kitas zukommen wird, gut abzufangen schlägt der Kitafachverband BW vor, das Testen vor Ort vor Betriebsbeginn durchzuführen. Da das vom pädagogischen Fachpersonal nicht zusätzlich leistbar ist, sollte hier auf externes geschultes Testpersonal und altersentsprechende Tests gesetzt werden. 

Gerne darfst Du die Pressemitteilung an Deine Tageszeitung senden.

Wir schreiben dem KVJS ( 29.01.2022)

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir als Verband Kita-Fachkräfte BW möchten uns heute bei Ihnen vorstellen. 

Seit unserer Gründung im Januar 2021 sind wir ein stetig wachsender und aktiver Verband. 

Gemeinsam mit Eltern, Trägern und Interessierten machen wir uns auf den Weg um die Bedingungen in den Kitas in Baden-Württemberg bedeutend zu verbessern. Wir wollen, dass Kitas zu einem Ort werden, an dem Kinder, Eltern und Pädagogen gemeinsam wachsen, leben und weiterentwickeln können – denn „wir stehen für Veränderung!“. 

Wir verfolgen kontinuierlich unsere Ziele: 

           1. Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen 

           2. Die Anpassung an einen zeitgemäßen Personalschlüssel 

           3. Eine einheitliche und praxisnahe Ausbildung 

           4. Die verpflichtende Zusammenarbeit zwischen Träger, Leitung, Team und  
               Eltern. 

Sie als KVJS-Landesjugendamt fördern die Tagesbetreuung von Kindern und deren Erziehung in der Familie durch modellhafte Vorhaben, durch fachliche Begleitung und durch Fortbildungsveranstaltungen auf vielfältige Weise. 
 
Als zuständiger Dachverband für unseren Bereich der Kindergärten, Kindertagesstätten etc. sind sie der Ansprechpartner für unsere Anliegen. Wir sehen hier eine große Chance, durch Vernetzung und regelmäßigen Dialog eine für alle gewinnbringende Zusammenarbeit zu schaffen. Daher suchen wir als Verband nun aktiv das Gespräch mit Ihnen, unter anderem zu folgenden Themenpunkten: 

Wie Sie unseren Zielen entnehmen könnten, wollen wir uns einsetzen für einen an die Bedarfe/ und Erfordernisse der Zeit angepassten Personalschlüssel. Hier sehen wir dringenden Handlungsbedarf, da dieser seit vielen Jahren trotz kontinuierlich steigender Arbeitsanforderungen nicht angeglichen/assimiliert wurde. Die Implementierung eines Qualitätsmanagements, vielfältige Dokumentationsaufgaben, Veränderungen in Familienstrukturen und dadurch veränderte Bedürfnisse sowie erhöhter Betreuungsbedarf vieler Familien sind nur einige Beispiele dafür, dass der veränderte Berufsalltag außer unserem Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrag viele zusätzliche Aufgaben umfasst und daher einen erhöhten Personalbedarf mit sich bringt. 
Während des Betriebes der Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen unter Pandemiebedingungen wird aktuell sogar die Unterschreitung des Mindestpersonal-schlüssels um 20% geduldet, was die Erfüllung des Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsauftrages sowie die Erfüllung der zusätzlich anfallenden Aufgaben kaum mehr möglich macht. Im gleichen Zuge stimmt der KVJS der Überschreitung der Höchstgruppengrößen zu, was sich in gleicher Weise ungünstig auf die qualitätsvolle Durchführung der o.g. Aufgaben auswirkt.  

Obgleich sich diese Passage auf pandemiebedingte Personalausfälle bezieht und auf Kurzfristigkeit abzielt, wird sie von Trägern teilweise so ausgelegt, dass offene Stellen bereits im Vorfeld um 20 vom Hundert geringer ausgeschrieben werden.)  

Einen besonderen Fokus/ Besondere Aufmerksamkeit legen wir auch auf die mit der Wahrung der Aufsichtspflicht verbundene Meldepflicht und den Umgang mit entsprechenden Meldungen sowie Überlastungsanzeigen. Wir sehen hier bereits in der Formulierung Handlungsbedarf dahingehend, dass dem Begriff „Meldepflicht“ der nötige Nachdruck und die Konsequenz fehlen, die Träger zum sofortigen Handeln verpflichten.  
Die Formulierung „Genehmigungspflicht“ verbunden mit einer transparent kommunizierten Strategie zur behördlichen Überprüfung von Meldungen und Überlastungsanzeigen würde zur Sicherung der Aufsichtspflicht im nötigen Maße beitragen. 

Gespräche wünschen wir auch hinsichtlich der für die Betriebserlaubnis vorgeschriebenen Mindestraumgrößen und weiteren räumlichen Voraussetzungen. Es ist beispielsweise wirklich erfreulich zu lesen, dass der KVJS in seinen Empfehlungen an Träger beim Bau oder Umbau von Kindertageseinrichtungen empfiehlt, statt eines doppelt genutzten Mehrzweckraumes mit Schlafmöglichkeiten für drei- bis sechsjährige Kinder in Ganztagesbetreuung einen „der Funktion entsprechenden Schlafraum“ einzurichten.  

Den tatsächlichen Bedürfnissen von Kindern vor Ort entsprechender wäre es allerdings, hier deutlich verbindlicher zu formulieren, dass ebenso wie für den U3-Bereich auch hier separate zweckbedingte Schlafräume baulich einzuplanen sind, zumal der oben erwähnte „Mehrzweckraum“ von Trägern teils sehr vieldeutig ausgelegt wird.  

Besonders in diesem sehr praxisnahen Themenfeld aber auch in den anderen o.g. Punkten lohnt es sich, das Gespräch mit uns als engagierten Fachkräften aufzunehmen, weil wir doch ein sehr realistisches Bild von dem zeichnen können, wie Handlungsträger vor Ort die Vorgaben und Empfehlungen des KVJS auslegen und dadurch die von uns und Ihnen angestrebte Qualität im frühkindlichen Bereich bis hin zur Gefährdung des Kindeswohles mindern. Auch sind wir sehr interessiert an lösungsorientiertem Austausch, zu dem wir sicher vielfältige Ideen und Vorschläge einbringen können. 

 Ihr breites Angebot an Fachtagungen und Fortbildungen würden wir gerne unterstützen. Durch unsere Arbeit können wir direkt aus der Praxis berichten und hier anfallende Themen mit einbringen. 

Bereits mit unseren vorausgegangenen Schreiben, welche Sie auf unserer unten genannten Homepage finden, hatten wir signalisiert, dass wir uns Transparenz, Kooperation und aktiven Austausch vieler bekannter Stellen mit den Fachkräften vor Ort wünschen. Wir hoffen, mit diesem Schreiben den damit verbundenen Gewinn für beide Seiten deutlich machen zu können und Sie als Dachverband für einen Austausch zu gewinnen. 

Über unsere bisherige Arbeit als Verband sowie unsere aktuellen Projekte können Sie sich auf unserer Homepage www.verband-kitafachkraefte-bw.de informieren.  

Sollten Sie Fragen haben, kontaktieren Sie uns gerne per Email.