Stellungnahme zur aktuellen Corona Kita-VO (13.09.2021)

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 08.09.2021 erhielten alle Kitas in Baden-Württemberg von Kultusministerin Schopper einen Brief mit der Information über bevorstehende Änderungen der Corona VO-Kita ab 13.09.2021. Als Verband nehmen wir es positiv wahr, dass dieses Mal bereits fünf Tage vor Gültigkeit der VO über deren Änderung informiert wurde. Dennoch müssen wir anmerken, dass die meisten Kitas seit Mitte August keine Sommerferien mehr haben und der größte Teil der Kinder und Mitarbeiter seit Wochen unter unklaren Bedingungen anwesend ist. Erfreulich war, dass das von Seiten des Gesundheitsminister Lucha bestehende freiwillige Testangebot für die in der Einrichtung betreuten Kinder in den ersten zwei Wochen nach der jeweiligen Schließzeit beibehalten wurde. Aus der Praxis wissen, wir, dass dieses Angebot vielerorts nicht genutzt wurde bzw. für die Einrichtungen nicht zur Verfügung stand. Die Erfahrung der gesamten Pandemiezeit zeigt uns, dass Empfehlungen und freiwillige Angebote selten umgesetzt werden. Es benötigt in allen Bereichen der Kita-Organisation Mindeststandards und klaren Regelungen zur Umsetzung der aktuellen CoronaVO-Kita.

Wir vom Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg sind der Meinung, dass es allen Beteiligten an Verlässlichkeit und Weitblick fehlt. Dies hören wir von unseren Mitgliedern immer wieder. Wir fordern eine Strategie, die für alle Beteiligten praktikabel und valide ist.

Für folgende Bereiche sehen wir akuten Handlungsbedarf:

  • Testpflicht an Kitas für alle Anwesenden
  • Finanzierungsmodalitäten für Schutzmaßnahmen
  • Quarantäneregelungen, die einheitlich gehandhabt werden
  • Benennung der Zuständigkeiten (Ministerien etc.)

Seit dem 13.09. gilt an Kitas eine tägliche Testpflicht für ungeimpftes Personal das mit Kindern arbeitet. Eine Testpflicht für Kinder ist in dem Schreiben vom 08.09.2021 sowie in der heute, 13.09.21, erschienenen Änderung der Corona-VO Kita nicht eindeutig herauszulesen, sondern besteht nur bei einem Coronafall in der jeweiligen Kindergruppe.

Hier ist unser klarer Appell, dass wir mit Zutrauen und Vertrauen an und in die Kinder vieles bewegen können und eine Testpflicht für Kita-Kinder umsetzbar ist (vgl.  “Stellungnahme zur Teststrategie” vom 05. April 2021). Wir sind der Auffassung, dass es den Kindern durchaus zuzutrauen ist, regelmäßig Coronatests durchzuführen. Mit beispielweise den Lolli-Pooltestungen haben viele Kitas gute Erfahrungen gemacht; ebenso wie mit der Testung durch die Eltern zuhause. Seit Frühjahr 2021 ist bekannt, dass Kinder eine Rolle im Infektionsgeschehen spielen und oftmals als “stille Überträger” fungieren. Klar ist: Kita-Kinder halten keinen Abstand, können keinen Mund- und Nasenschutz tragen und Hygieneregeln nicht vollständig einhalten. Kleine Kinder spielen zusammen und wechseln die Spielpartner*innen häufig. Der Kontakt zu den pädagogischen Fachkräften geschieht ohne Abstand und vielerorts aus pädagogisch und entwicklungspsychologischen Gründen ohne Mundschutz seitens des Personals. Unter diesen Aspekten ist es aus unserer Sicht notwendig, eine verbindliche Teststrategie für Kitakinder zu erarbeiten, welche mindestens zehn Wochen umzusetzen ist um anschließend entsprechend evaluiert werden zu können.

Ein weiterer Aspekt ist, dass die pädagogischen Fachkräfte bei ihrer Arbeit vergleichbar wenig Schutzmaßnahmen umsetzen können und müssen.  In manchen Einrichtungen finden seit Wochen keine verpflichtenden Testungen des Personals mehr statt. Seit dem 13.09.21 gilt, dass ungeimpftes Personal täglich getestet werden muss. Leider wurden zur praktischen Umsetzung keinerlei Angaben gemacht. In unseren Augen schließt der Gesundheitsschutz alle Beteiligten, das heißt: Personals, Kinder und Familien sowie weitere anwesende Personen ein.  Es ist eine Teststrategie zu erarbeiten, welche den gesamten genannten Personenkreis umschließt und auch praktikabel umsetzbar ist. Dies beinhaltet auch die Vorgehensweise bei weiteren pädagogischen Tätigkeiten wie bspw. Elterngespräche und Co.

Es ist uns ein Anliegen, dass die Finanzierung einer Teststrategie sichergestellt wird. Hierzu benötigt es Finanzierungsmodalitäten welche durch das Land erfolgen sowie Mindeststandards für welche die Kosten übernommen werden. Der Gesundheitsschutz der Kinder, Familien und pädagogischen Fachkräfte darf nicht vom Wohlwollen und finanziellen Mitteln einer Kommune abhängig sein. Ebenso muss es eine Finanzierungsoffensive für Luftfilteranlagen und CO2-Ampeln geben, welche für die Kommunen attraktiv ist und somit in allen Kitas umgesetzt wird. Die Umsetzung der geförderten Maßnahmen muss überprüft werden.

Sehr unübersichtlich und nahezu undurchschaubar gestaltet sich die aktuell erschienene Regelung im Positivfall. Zum einen greift diese aktuell nur im Falle eines positiven Coronatests bei einem Kind und nicht beim Personal, zum anderen ist im Vergleich zur Schule (tägliche Testung aller über eine Woche hinweg) lediglich eine einmalige, zeitnahe

Testung der Kindergruppe vorgesehen. In der Praxis zeigte sich immer wieder, dass die Quarantäneregelung eine Einzelfallentscheidung des Gesundheitsamtes vor Ort war.          

Wie sich dies mit der neuen Quarantäneregelung für Kitas verhalten wird, gerade unter dem Aspekt der unklaren Regelung, bleibt abzuwarten.

Uns erschließt sich nicht, weshalb Kita-Kinder anders infektiös sein sollten als beispielsweise Grundschulkinder und weshalb es keine Einheitliche Regelung für den gesamten Bildungsbereich gibt. Diese wäre dringend erforderlich um dem Pandemiegeschehen auch im Bildungsbereich gerecht zu werden.

In der Kita-Praxis erleben unsere Mitglieder und wir regelmäßig, dass Zuständigkeiten nicht klar definiert sind. Weder gibt es ein gesamtzuständiges Ministerium noch eine Kita-Corona-Task Force welche auch die praktischen Belange miteinbezieht noch gibt es klare Zuständigkeiten. Die Verlagerung und das Zuschieben von Verantwortlichkeiten auf jeglicher politischen Ebene stellen häufig ein Problem dar. Ohne klar definiertes zuständiges Ministerium, Ansprechpartner und Verantwortliche auf jeglicher Ebene von Bund, Land, Kommune und Träger entsteht ein Gefühl des allein gelassen seins auf Seite des pädagogischen Personals. In diesem Wirrwarr spiegelt sich aus unserer Sicht aber auch der Wert der Bildungsarbeit und der Kinder wider – wir sehen es als politische Aufgabe diesen ins Positive zu verändern – eben auch oder gerade durch die Übernahme von Verantwortung.

Wir erwarten von den Verantwortlichen eine einheitliche, praxisnahe Regelung für die oben genannten Themenfelder. Als Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg wissen wir um die aktuellen Herausforderungen unserer Arbeit und stellen unsere Praxiserfahrung für die weitere Planung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Braekow

1. Vorsitzende

Anhang: Fragen aus der Praxis

Zum jetzigen Zeitpunkt (13.09.2021) sind für uns aus der Kita-Praxis in Baden-Württemberg folgenden Punkte auf politischer Ebene zu klären:

-> Was gilt im Hinblick auf Personal, welches nicht geimpft ist? Wer beaufsichtigt das Personal beim Test? Wie verhält es sich mit der Arbeitszeit da es für die Arbeit notwendig ist? Wer beaufsichtigt die Kinder während ein*e Kolleg*in abgestellt ist um das ungeimpfte Personal bei der Testung zu überwachen? Wer trägt wie lange die Kosten dieser Testungen?

  • Testungen des ungeimpften Personals in Teststellen sind oftmals wegen der nicht zu vereinbarenden Öffnungszeiten möglich. Welche Regelungen sind hierfür vorgesehen? Denn wenn in einer Kita niemand geimpft ist, dann darf aktuell auch niemand die Testung überwachen. Wie wird in solchen Fällen verfahren?
  • Weshalb soll eine Berufsgruppe, die seit Beginn der Pandemie mit am wenigsten geschützt wurde und deren aktuelle Impfquote über der des Bundesdurchschnitts liegt, nun über eine nicht durchführbare Teststrategie indirekt zu eine höheren Impfquote gezwungen werden?
  • Was geschieht mit Mitarbeiter*innen, welche nicht geimpft werden wollen oder können? Müssen diese, in Zeiten des sowieso bereits herrschenden Personalmangels, mit einer Kündigung rechnen? Soll nun nach der Masern-Impfpflicht für pädagogisches Personal noch die Corona-Impfpflicht kommen?
  • Wie sind die Absonderungsregelungen umzusetzen? Sind zu viele Fachkräfte desselben Teams nicht geimpft, wird dann die Kita bzw. die betroffene Gruppe bei einem positiven Coronafall geschlossen? Was geschieht überhaupt bei einem positiven Coronafall im Personalkreis? Und wie verhält es sich mit der Arbeit in Kohorten (Gruppenübergreifend), welche zwingend notwendig ist, aber somit den zu testenden Personenkreis erheblich erweitert? Häufig ist ein gruppenübergreifender Personaleinsatz nötig, teilweise auch außerhalb der Kohorte oder einrichtungsübergreifend. Wie sind in diesem Fall die Anordnungen bezüglich Teststrategie und Quarantäne?
  • Durch wen und wie wird eine Testung von zusätzlich pädagogisch tätigen Personen finanziert, gewährleistet und überprüft (bspw. Sprachförderkräfte und Heilpädagogen)?

-> Im Hinblick auf Elternarbeit stellt sich die Frage, wie es sich mit Elterngesprächen, Eingewöhnungen etc. gestaltet? Gilt hier die 3G-Regelung? Durch wen und wie muss die Einhaltung dokumentiert werden? Dürfen Elterngespräche stattfinden und wenn ja, mit welchen Vorgaben?

  • Ist es vorgesehen, die Kita Quarantäne-Regelung an die der Schule anzupassen? Worin begründen sich die aktuellen Unterschiede? Weshalb ist im Falle eines positiven Coronatests keine PCR-Lollipooltestung des betreffenden Personenkreises vorgesehen? Hängt dies mit der Lohnfortzahlung der mit in Quarantäne verwiesenen Eltern zusammen?
  • Wann wird endlich erkannt, dass die Mitarbeiter*innen und Kinder in den Kitas einer größeren Ansteckungsgefahr ausgeliefert sind als an den Schulen? Und was wird zu ihrem Gesundheitsschutz unternommen?

-> Die Kitas werden, im Gegensatz zu vielen der Schulen, in der Regel nicht mit CO2-Filtern und –ampeln ausgestattet. Warum wird auch hier ein Unterschied zwischen Schulen und Kitas gemacht?

-> Weiterhin besagt der KVJS klar, dass der Mindestpersonalschlüssel um 20% unterschritten werden darf. Dies kann und darf nicht sein, besonders im Bezug darauf, dass wir mit Mehrarbeit und vielen zusätzlichen Aufgaben durch die Pandemie gehen. Wann können wir endlich damit rechnen, dass von dieser Regelung abgerückt wird?

Kurzbericht aus der Arbeitsgruppe „Zusammenarbeit“ (Juli 2021)

Wir verfolgen kontinuierlich die Ausarbeitung unserer Ziele. Hierzu haben wir mit Verbandsmitgliedern Arbeitsgruppen gebildet. Eine dieser Gruppen arbeitet inhaltlich an den konkreten Forderungen und Veränderungen zum Thema Zusammenarbeit mit Träger, Leitung, Team und Eltern.

Die verpflichtende Zusammenarbeit gliedert sich in vier Bereiche und zwar in Eltern, Team, Leitung und Träger. Unser erster Schritt war es in der Arbeitsgruppe zu den verschiedenen Bereichen viele Feinziele zu sammeln. Hierzu möchten wir Dir einen kurzen Einblick geben.
In der Zusammenarbeit mit den Eltern ist unser Grundstock die Eingewöhnung für eine gute beginnende Erziehungspartnerschaft. Genauso halten wir für die Pädagogen eine Verpflichtende Kommunikationsschulung, ebenso wie für Berufseinsteiger eine Schulung um gelungene Elternarbeit aufzubauen für sinnvoll. Des Weiteren legen wir großen Wert auf gegenseitige Transparenz und e ine gute Zusammenarbeit. In jeder Kita braucht es Elternbeiräte und Gesamtelternbeiräte (auf kommunaler Ebene) zu denen der Informationsfluss sichergestellt sein muss. Zur Zusammenarbeit gehört auch die Teamarbeit. Hier
ist uns ein Angebot an individuellen Fortbildungen genauso wie verpflichtende Teambuildingmaßnahmen wichtig, welche bereitgestellt werden müssen. Wir wünschen uns eine einheitliche Regelung der Vorbereitungszeit sowie eine zusätzliche Vergütung für Zusatzaufgaben wie Praxisanleitung, Stellvertretung, Förderkräfte mit Weiterbildung etc.
Im Bereich Leitung ist uns eine qualifizierte Weiterbildung (z.B. Fachwirt, Teamcoaching) als Voraussetzung wichtig. Die gute Zusammenarbeit zwischen der Leitung und dem Team ist die Basis einer Kita. Hier sind Transparenz, Wertschätzung und ein gutes Teamcoaching sehr wichtig und sinnvoll.
Im Bereich Trägerzusammenarbeit ist uns ein regelmäßiger und verpflichtender Austausch wichtig. Es benötigt klare Absprachen und Transparenz. Ebenso sind uns klare Angaben zu Ansprechpartnern und deren Zuständigkeiten wichtig. Trägervertreter müssen in Personalführung, Kommunikation und Kita Qualität verpflichtend geschult werden. Das Qualitätsmanagement muss ebenso von den Trägern forciert werden und durch Audits und Unterstützung der Einrichtung gefördert werden.
Unsere weitere Vorgehensweise ist, dass wir uns in vier Teilbereiche der Zusammenarbeit Vorgehensweise ist, dass wir uns in vier Teilbereiche der Zusammenarbeit aufteilen. In den kleineren Arbeitsgruppen werden nochmals differenzierter die einzelnen aufteilen. In den kleineren Arbeitsgruppen werden nochmals differenzierter die einzelnen Bereiche ausgearbeitet. Bereiche ausgearbeitet.

Hast du Lust mit zu machen? Dann melde dich bei a.bartsch@verband-kitafachkraeftekitafachkraefte-bw.de

Wir freuen uns über weitere Unterstützung, gerne auch für einen bestimmten Teilbereich.

Die Berichte der anderen Arbeitsgruppen folgen hier ebenso. Es ist jederzeit möglich einzusteigen oder die eigenen Gedanken einzubringen, entweder per Mail oder persönlich.

Stellungnahme zur aktuellen Corona Situation in den Kitas in Baden-Württemberg. (20.03.2021)

Am 22.02.2021 starteten die Kitas in Baden-Württemberg wieder in den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Seit Beginn des Jahres weisen wir als Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg darauf hin, dass eine Öffnung der Kitas in diesem Umfang nur mit einer stimmigen Teststrategie tragbar ist.

Aktuell sieht die Teststrategie maximal zweimal wöchentliche freiwillige Testungen des Personals auf Grundlage eines Berechtigungsscheins vor.

In vielen Kitas gibt es aktuell kein geschultes Personal, welches die Schnelltest durchführen kann, genau so fehlt es an gut organisierten Alternativen. Hier sehen wir die Notwendigkeit, Träger und Kommunen zu einem einheitlichen und sinnigen Handeln anzuhalten statt der aktuellen Willkür walten zu lassen.

Unserem Erachten nach muss mindestens dreimal die Woche die Möglichkeit bestehen sich vor Dienstbeginn einem Schnelltest zu unterziehen. Diese Zeit ist selbstverständlich als Arbeitszeit anzurechnen. Die Testungen können durch geschulte interne oder externe Personen durchgeführt werden. Optional können Kitas Selbsttests zur Verfügung gestellt werden, welche nach einer Unterweisung selbst durchgeführt werden können, um alle Dienstzeiten wie Früh- und Spätschicht abzudecken. Wichtig ist jedoch, dass die Träger und Kommunen verpflichtet werden, entsprechende Rahmenbedingungen und Testmöglichkeiten bereitzustellen.

Wir fordern einheitliche Regelungen in Bezug auf:

  • Schnelltestmöglichkeiten vor Dienstbeginn und als Arbeitszeit
  • Möglichkeit der Testungen in der Kita als Selbsttest
  • Berechtigungsscheine bzw. Testmöglichkeiten für mindestens dreimal die Woche
  • Einheitliche und verbindliche Mindeststandart der Teststrategie müssen in allen Kitas umgesetzt werden

An dieser Stelle möchten wir erneut darauf hinweisen, dass eine schlüssige Schnellteststrategie auch die Kinder und Familien miteinbezieht. Denkbar wäre es, die Kinder ebenfalls auf freiwilliger Basis und unter Beisein mindestens eines Sorgeberechtigten zu testen. Mittlerweile gibt es Tests, welche nur im vorderen Nasenbereich angewendet werden, was wir als für Kinder zumutbar erachten, und unter Anleitung auch von Laien durchgeführt werden können. Denkbar wäre beispielweise eine Sonntäglich Testung durch die Eltern via Videokonferenz angeleitet. Somit kann sichergestellt werden, dass nicht kurz nach Wochenbeginn Kitas aufgrund „diffusen Infektionsgeschehens“ geschlossen werden müssen. Alternativ könnten Kinder auch mindestens einmal die Woche vor Beginn ihrer Kitabetreuungszeit unter Aufsicht getestet werden.

Seit dem 23.02.2021 sind Mitarbeiter in Kitas in der Impfpriorität gestiegen. Diese Möglichkeit befürworten wir vom Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg und sehen es als einen wichtigen Schritt, um die Gesundheit des Personals in Kitas zu schützen. Wie gemeinhin bekannt ist, kann in diesem Arbeitsbereich kein Abstand zu den zu betreuenden Kindern eingehalten werden, noch durchgehend ein Mundschutz getragen werden, da Kinder auf die Mimik ihrer Mitmenschen für die eigenen kindliche Entwicklung angewiesen sind.

Mittlerweile ist bekannt, dass Impftermine rar sind und darauf kaum Einfluss genommen werden kann, ebenso wie auf die Wahl des Impfstoffs. Auf Grund dessen fordern wir, dass auch dieser Bereich der Gesundheitsfürsorge klar geregelt werden muss.

Wir fordern verpflichtend:

  • Impfungen vor Ort per „Impfmobil“ oder „Impfstationen“ direkt in der Kommune auch für Kita-Fachkräfte zu organisieren
  • Der Tag der Impfung und der Folgetag muss Sonderurlaub bei voller Entgelt Fortsetzung sein

Aktuell haben wir in den meisten Landkreisen in Baden-Württemberg erneut mit steigenden Inzidenzen zu tun. Immer öfters erkranken auch Kinder. Gerade unter Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreiten sich die Virusmutationen schneller und weitläufiger als erwartet. Immer mehr Kitas müssen geschlossen werden und zig Familien müssen daraufhin in Quarantäne geschickt werden.  

Wir fordern einheitliche und verbindliche Regelungen um die Situation schnellst möglich zu stabilisieren und vor allem um den Gesundheitsschutz für Kinder, Familien und Kita-Personal zu gewährleisten.

Als Alternativen beziehungsweise zur Verbesserung zum aktuellen „Regelbetreib unter Pandemiebedingungen“ sehen wir unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Wechselnde Betreuung in immer gleichen Kleingruppen (rollierendes System)
  • Gruppen dauerhaft verkleinern um Infektionsketten möglichst gering und nachvollziehbar zu halten
  • Bereitstellung ausreichender personeller Ressourcen, das heißt kein Wechsel innerhalb der Kohorten von Personal und Kindern
  • Reduzierung der Öffnungszeiten nach einem vorher festgelegten Ampelsystem (Inzidenz und Personalschlüssel)
  • Verbindliche Notfallpläne für Eltern die systemrelevanten Berufen angehören
  • Klare Regelungen bei Erkrankungen der Kinder, Familienmitgliedern und dem Kitapersonal
  • Keine Rückkehr nach einer Krankheit ohne Gesundheitsbestätigung
  • Nach einer Coronaerkrankung muss ein negatives Testergebnis vorgewiesen werden
  • Kinder und Personal müssen bei Erkältungskrankheiten mindestens 48 Stunden ohne Symptome sein bevor die Kita wieder betreten werden darf
  • Testmöglichkeiten auch für Kinder. Hier wäre es denkbar, dass diese von den Eltern in der Kita vor Kitabesuch durchgeführt werden
  • Wir fordern eine repräsentative aktuelle Studie zur Verbreitung des Covid-19 Virus und seiner Mutationen in Kitas. Dies Studie muss durch ein unabhängiges Institut durchgeführt werden

Warum ich beim Verband dabei bin – eine Stimme aus dem Vorstand

Hallo zusammen,

Ich möchte mich gerne mit ein paar Worten an euch wenden. Noch heute Nachmittag wusste ich nicht, ob mich die Muse für dieses Posting noch küsst, und nun sitze ich hier und schreibe, wie ich oft rede: Ehrlich und wie mir der Schnabel gewachsen ist.

Schon oft in meinem Leben bin ich an Grenzen gestoßen, die ich scheinbar, im ersten Moment, schwer oder kaum zu überwinden vermochte. Viele Schicksalsschläge haben mir immer wieder Steine in den Weg geworfen-doch für mich war zu jedem Zeitpunkt meines Lebens klar: Aufgeben ist keine Option!

Auch in meinem beruflichen Werdegang habe ich immer wieder gespürt, wie sehr es mir am Herzen liegt, mit ganzem Herzblut mit Menschen zu arbeiten, sie ein Stück ihres Lebens zu begleiten, ein Teil ihres Lebens sein zu dürfen. Viele Bereiche habe ich beruflich kennenlernen dürfen, von sozialen Brennpunkten über Arbeit im Heim, Hort und vielem mehr. Ich bin dankbar für jedes Lernen und jede Erfahrung, die ich dort machen durfte, auch wenn es oft mit Hilflosigkeit einherging und „Ich würde gerne so viel mehr geben“-und konnte es nicht aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen. Dass ich vieles richtig gemacht habe hat mir eine Situation vor etwa einem Jahr gezeigt: Ein früheres Mädchen aus einem meiner Arbeitsbereiche hat mich hier bei Facebook angeschrieben und mir gedankt, dass ich sie so genommen habe, wie sie war, auch „wenn ich weiß ich war nicht immer einfach“. Ja, sie war herausfordernd, doch ihre Reaktion zeigte mir, wie sehr sie in der Zeit bei uns wachsen und lernen konnte. (Sie war damals 8, jetzt ist sie 19 und geht ihren Weg-sie wird Erzieherin! 😉 )

Solche schönen Momente gab es oft, und doch war da seit ein paar Jahren dieses „Aber“. Dieses „Aber“ endete 2014 mit einer starken Tendenz Richtung Burnout, einem Jahr Krankschreibung-und der Überlegung, einen anderen Beruf zu ergreifen. Vieles stimmte nicht mehr für mich in der Kitawelt; Dinge, mit denen ich nur schwer oder gar nicht umgehen konnte, geschweige denn wollte. Gegen Ende dieses schweren Jahres 2014 war jedoch klar: Ich kann nicht ohne meinen Traumjob-also muss sich der Traumjob wieder für mich wie einer anfühlen. Ich suchte mir eine neue Stelle, mir ging es besser, doch das „Aber“ blieb. Ich wollte etwas verändern-nur was fehlte: Mitstreiter, die bereit waren, einen Weg der Veränderung zu gehen. Der Gedanke war jedoch stets da.

Dann kam Corona-und damit das Kennenlernen von so vielen tollen pädagogischen Fachkräften, die diesen Gedanken der Veränderung auch hatten. Und so entstand und reifte der Gedanke zur Gründung eines Verbands. Am 4.1.2021 kam dann endlich das, was viele Andere gemeinsam mit mir angestrebt hatten: die Verbandsgründung. Auf einmal wurden wir Viele, die unsere gemeinsamen Ziele verfolgen möchten: Die Kitawelt zu verändern und eine Stimme zu bekommen. In Kontakt gehen statt zu jammern. Veränderungswünsche klar zu formulieren und gehört zu werden. Ein wahnsinnig tolles Gefühl. Man lernt auch so viel über sich selbst dazu. Für uns alle ist dieser Verband zur Herzensangelegenheit geworden und wir geben alle unser Bestes, um diesen voranzubringen und in Austausch zu gehen-miteinander, mit Politikern, Trägern, Eltern, Interessierten usw. usf.

Wir möchten ALLE mit ins Boot nehmen, um eine bessere Arbeit in den Kitas zu ermöglichen. Wir alle sagen: Aufgeben ist keine Option! Werdet Mitglied, ob aktiv oder passiv! Wir stehen für Veränderung! Alles Liebe, Angie (2. Vorstand)

Unser Verband im Podcast (03.02.2021)

Am Montag, den 01.02.2021 waren Angela Becker (2. Vorstand) und Anja Braekow (1. Vorstand) eingeladen zu einem sehr wertschätzenden Interview bei Fea Finger, von „Fea´s naive Welt“ Die Aufnahmen hat großen Spaß gemacht. Wir hatten die Möglichkeit unseren Verband vorzustellen, zu erzählen warum wir gegründet haben, was unsere Ziele sind und was wir uns wünschen und vorstellen. Eine wunderbare Reise durch die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.

Hör rein und gerne darfst Du uns über die Kommentare eine Rückmeldung geben.

https://feasnaivewelt.podigee.io/40-neue-episode

Viel Spaß mit dem Podcast.