Wir treffen uns ……. mit Frau Krause vom Kultusministerium (29.06.2023)

Am 29.06.2023 fand unser regelmäßiger Jour Fixe mit Frau Annette Krause, Referatsleiterin Frühkindliche Bildung im Kultusministerium, statt. Von Seiten des Verbands waren Anja Braekow, 1. Vorsitzende, Anja Halder, 2. Vorsitzende und Anna- Lena Johnsen, Mitarbeiterin des Vorstands anwesend. Der Termin fand online statt.

Die Gesprächsthemen waren:

  • Informationen zum neuen Kita Qualitätsgesetz, Umsetzung und Planung

Unter anderem: PIA-Ausbildung, Leitungszeit, Kindertagespflege, Praxisanleitung

  • Sprachkitas, Sprachstanderhebungen in Kitas und bei der ESU (Vorschul-Untersuchung)

Wie immer war Frau Krause sehr interessiert an den Rückmeldungen aus der Praxis. Für uns als Verband ist dies ein wertvoller Austausch von großem Interesse und wir freuen uns, dass wir diese Möglichkeit haben.

Wir bedanken uns bei Frau Krause für die Einblicke, fachlichen Erläuterungen und den Austausch. Wir freuen uns auf unseren nächsten Termin.

Pressemitteilung zur Änderung der KitaVO (24.05.2023)

Schon jetzt ist das System Kita massiv überlastet und statt die Überbelegung der Gruppen zurückzufahren, werden die Maßnahmen bis Ende des Kitajahrs 2025 verlängert. Die getroffenen Maßnahmen dienen nur im ersten Schritt einer Ausweitung des Platzangebots, welches vor Jahren hätte durch die Kommunen geschaffen werden müssen. Im zweiten Schritt werden diese Regelungen aber zu einer weiteren Fachkräftefluktuation führen und die Kitas zum Kollabieren bringen. „Wir sind entsetzt, dass die Notlösungen nun über Jahre verstetigt werden sollen und sehen diese Entscheidung, die sich völlig jeglicher Logik und Empfehlungen entzieht, sehr kritisch“ stellt Anja Halder, Vorstandsmitglied vom Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg, fest.
 „Wir brauchen jetzt langfristige und nachhaltige Lösungen. Es ist nicht zielführend auf eine große offene Fleischwunde ein weiteres kleines Pflaster zu kleben“, merkt Anja Braekow, ebenfalls Vorstandsmitglied, an. „Wir rufen erneut dazu auf, einen Bildungsgipfel mit allen Entscheidern und Betroffenen durchzuführen. Die AG Frühkindliche Bildung am Kultusministerium ist zwar mit Vertretern der Träger besetzt, aber leider haben wir Fachkräfte bisher keine Einladung zur Mitarbeit erhalten“ weist Braekow hin.
„Die Verlängerung der Maßnahmen zeigt die Wertigkeit der frühkindlichen Bildung in unserem Bundesland. Es ist erschreckend zu sehen, wie unwichtig die Bildung unserer Kinder ist,“ stellt Anja Halder fest. „Die Gesellschaft und die Wirtschaft müssen einbezogen werden, schließlich sind die Arbeitnehmer von Morgen aktuell bei uns in den Kitas“ führt Halder weiter aus.
Fachkräfte brauchen mehr als nur einen Blumenstrauß oder Hände schütteln am Tag der Kinderbetreuung. Sie brauchen eine Aussicht auf Verbesserung der Rahmenbedingungen und das umgehend. Es braucht Lösungen, die nicht von kommunalen Budgets abhängig sind. „Seit Jahrzehnten beobachten wir, dass sich die Bedingungen in Kitas verschlechtert haben und kaum mehr frühkindliche Bildung möglich ist. Die Kommunen standen hierbei immer in der Pflicht, Kitaplätze zu schaffen und Arbeitsplätze für pädagogisches Personal attraktiv zu gestalten“ äußert sich Braekow zu der Lage. „Wir als Berufsverband sind strikt gegen diese Aufweichungen, denn die mehrfach verlängerte Ausnahme von Heute ist der neue Standard von Morgen“ schließt Braekow ab.

Verbandsübergreifendes Schreiben an den Städtetag BW (06.04.2023)

Der Verbund der Kita-Fachkräfteverbände reagiert gemeinsam auf die Pläne des Städtetages BW. Die Pläne wie Kita angesichts des Fachkräftemangel arbeiten sollen, sind für uns untragbar.
Wir machen uns Sorgen, dass andere Bundesländer solche Vorschläge aufgreifen. Es geht um nichts weniger als einen verantwortungsvollen Umgang mit unseren Jüngsten in Sinne einer bedürfnisorientierten Betreuung, frühkindlicher Bildung und Förderung.

Schreiben an den Städtetag BW - Verbände

Pressemitteilung zum Vorschlag des Städtetags bezüglich eines Zukunftsparagrafen (27.03.2023)

Der Vorschlag, einen Zukunftsparagrafen einzuführen, stammt aus der Feder des Städtetags und befasst sich im Kern mit dem Gedanken, den Kommunen im Hinblick auf den Personalmangel in den Kitas mehr Gestaltungsfreiraum zu ermöglichen. Uns als Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg stellt sich hier aber die Frage, ob auch alle Kommunen bereit und in der Lage sind, diesen Handlungsspielraum im Sinne einer qualitativ hochwertigen frühkindlichen Bildung zu erfüllen. Stehen das Wohl und der Schutz der Kinder wirklich immer an erster Stelle?

Wie in der Pressemitteilung vom 17.03.2023 hingewiesen, birgt dieser Zukunftsparagraf mehr Gefahren als Chancen für die pädagogischen Fachkräfte als auch für die zu betreuenden Kinder. Mehr unqualifiziertes Personal zu beschäftigen ist keinesfalls eine Aufwertung der frühkindlichen institutionellen Bildung, sondern signalisiert, dass Kinderbetreuung jeder kann. Eine Schulung reicht vielleicht aus, um mit fachfremdem Personal als Zusatzkräfte den Alltag zu bewältigen, aber nicht, um sie als Ersatz für gelernte Fachkräfte einzusetzen. „Die Komplexität und die fachlichen Kompetenzen von pädagogischen Fachkräften werden abgewertet, wenn ungelernte Zusatzkräfte mit Schulungen auf den Personalschlüssel angerechnet werden sollen. Diese können niemals dieselbe Arbeit leisten wie voll ausgebildete Fachkräfte“, so Anja Braekow vom Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg. Diese Zusatzkräfte müssen in der Praxis angelernt werden. Hierfür benötigt es entsprechend Zeit und Fachpersonal, um eine gute Praxisintegration sicherzustellen.

„Qualifiziertes Fachpersonal durch unqualifiziertes Personal zu ersetzen, heißt nicht nur mehr Abstriche in der Bildung zu machen, sondern auch, sich auf rechtlich dünnes Eis zu begeben“ führt Braekow aus. Gerade in Kitas ist die Wahrung der Aufsichtspflicht, der Kinderschutz, der Umgang mit Schutzbefohlenen und der Unfallverhütung ein wichtiger Aspekt. Zudem muss dem rechtlichen Anspruch eines Dreiklangs zwischen Betreuung, Bildung und Erziehung Rechnung getragen werden.

„Es müssen tragbare Lösungen gefunden werden, unter denen die Qualität nicht leidet. Das der Städtetag nun aktiv wird und nach Lösungen sucht, ist nachvollziehbar, wurde die Situation doch schon viel zu lange nur beobachtet. Der Druck auf einzelne Kommunen ist durch Klagen von betroffenen Familien enorm gestiegen. Aber die Lösung kann nicht sein, wie im Vorstoß des Städtetags gefordert, die Rahmenbedingungen zu flexibilisieren“, erörtert Braekow die Situation. „Standards zu senken und das Landesrecht zu lockern geht immer zulasten der Qualität. Diese Lösung ist in unseren Augen zu kurz gedacht. Es ist vielleicht im Moment die kostengünstigste Lösung, aber längerfristig wird auch diese viele Gelder verschlingen, die es angeblich nicht gibt“, führt sie weiter aus.

„Wenn, wie vom Städtetag behauptet, tatsächlich immer das Kindeswohl und frühkindliche Bildung hohe Priorität haben, ist es nun an der Zeit, die Situation zu entlasten, statt zu verschärfen. Für uns als Verband stellt sich hier auch die Frage, was mit den Zusatzkräften und den gesenkten Standards passiert, wenn sich die Situation in den Kitas wieder stabilisiert“, gibt Braekow zu bedenken.

„Wir fordern ein Zukunftsforum, einen Kita-Gipfel, bei dem sich die Verantwortlichen aus Politik, Spitzenverbänden, Berufsverbänden, Gewerkschaften und Eltern gemeinsam um tragfähige Lösungen bemühen. Es gilt, die losen Enden einzelner Lösungsansätze zu bündeln und ein Paket für die Zukunft der Kitas und pädagogischen Fachkräfte zu schnüren“, fordert Anja Braekow.

„Als mögliche Finanzierung könne die angestrebte Wahlrechtsreform dienen. Diese wird Milliarden freisetzen und birgt die Chance, endlich in die Zukunft unserer Kinder und in bessere Arbeits- und Rahmenbedingungen für das pädagogische Fachpersonal zu investieren. Das wäre in unseren Augen ein erster Schritt in die richtige Richtung“, regt Anja Braekow vom Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg an.

Wir treffen uns …. (27.08.2021)

Am 27.08. trafen sich einige Kita-Fachkräfteverbände bzw. Gründungsinitiativen mit Frau Bock-Famulla von der Bertelsmann Stiftung.

Anlass hierfür war die Veröffentlichung des aktuellen Länderreports frühkindliche Bildung und des Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule welchen es nun neu gibt. Bei diesem Vortrag erhielten wir grundlegende Informationen über die Publikationen und erhielten Einblicke in die Ergebnisse des Länderreports und des Fachkräfteradars. Es ging unter anderem um die Unterschiede zwischen den östlichen und westlichen Bundesländern und um die Auswirkungen des Fachkräftemangels. Zudem wurden Themen wie Fachkraft-Kind-Relation, Mindestpersonalschlüssel, Betreuungswünsche der Eltern und kindgerechte Bildungsarbeit angesprochen.

In einem intensiven Austausch wurden Fragen geklärt wie z.B. der Unterschied zwischen Mindestpersonalschlüssel und Fachkraft-Kind-Relation und weshalb es wichtig ist, dass wir als Verband uns für die Verbesserung beider einsetzen. Auch über die Vergleichbarkeit der Statistik und die Fachkräftewanderung bzw. Verhinderung der Fachkräftewanderung wurde diskutiert. Frau Bock-Famulla machte darauf aufmerksam, dass die Möglichkeit besteht im Ländermonitoring einzelne Regionen in einem Bundesland miteinander zu vergleichen. Sie hat uns zudem auf das Projekt FachkräfteZOOM aufmerksam gemacht.

Wir danken Frau Bock-Famulla ebenso wie den anderen Kita-Fachkräfteverbänden für den Austausch und ganz besonders Berlin für die Organisation.

https://www.laendermonitor.de/de/report-profile-der-bundeslaender/bundeslaender/baden-wuerttemberg