Wir treffen uns … (19.07.2021)

.Am Montag, den 19.07.2021 haben wir uns mit Vertretern der Politik getroffen. Nachfolgend kannst Du Dir das Protokoll durchlesen, für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Anwesende:

Verband:

Anja Braekow – 1. Vorsitzende

Anja Halder – Bereich Öffentlichkeitsarbeit

Grüne Fraktion:

Dorothea Wehinger – MdL, Sprecherin für frühkindliche Bildung

Marius Blaschek – parlamentarischer Berater für den Bereich Bildung

Valerie Schmuck – Mitarbeiterin Büro Wehinger

Das virtuelle Treffen startet mit einer Vorstellungsrunde.

Frau Wehinger bittet darum gleich mit konkreten Fragen und Anliegen zu starten.

Folgende Themen werden besprochen:

  1. Der Verband Kitafachkräfte BW stellt fest, dass wir keinen konkreten Ansprechpartner haben und niemand genau mitteilen kann, bei welchem Ministerium wir angegliedert sind. Informationen werden nur spät weiter geleitet und gerade aktuell wo Kommunikation so wichtig ist, auch wegen der Pandemie, kommen manche Briefe nur verspätet oder gar nicht in den einzelnen Kitas an. Frau Wehinger vermutet, dass diese Unklarheiten durch das Anwachsen der Trägerlandschaft entstanden sind. Herr Blaschek ergänzt, dass sich der Anspruch und Umfang der frühkindlichen Bildung geändert habe und die Zuständigkeiten dadurch auch unübersichtlicher geworden sind. Wir als Verband sind sehr froh, mit Frau Wehinger nun eine Ansprechpartnerin gefunden zu haben.  Der Bereich frühkindliche Bildung ist im Kultusministerium verankert.
  2. Frau Wehinger stellt die Frage, welche Vorschläge wir als Verband haben um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Frau Braekow unterstreicht, dass es sehr wichtig ist, den vor Corona bestehenden Personalschlüssel wieder zurückzubekommen und Frau Halder ergänzt, dass dieser dann zeitgemäß an die Bedürfnisse der frühkindlichen Bildung angepasst werden muss. Der Ausbau der Betreuungsplätze sei quantitativ fortgeschritten, stellenweise sei aber die Qualität auf der Strecke geblieben, auch dies stelle ein Problem dar. Frau Halder kritisiert, dass der Gesundheitsschutz der pädagogischen Fachkräfte während der Corona Pandemie nachrangig war. Allerdings habe die Pandemie auch gezeigt, wie schön man mit kleinen Gruppen und klaren Zuständigkeiten und Personal arbeiten könnte. In einer Kindergartengruppe sollten nicht mehr als maximal 20 Kinder sein. Frau Braekow erklärt, dass die Arbeit in den Kitas in BW gerade eher einer Aufbewahrung als einer Betreuung gleicht, mehr könne gerade nicht gewährleistet werden. Frau Wehinger unterstützt diese Punkte und wird diese in ihrem Arbeitskreis thematisch einbringen.
  3. Herr Blaschek fragte nach der Einstellung des Verbands zu Quereinsteiger*innen bzw. ungelernte Kräfte in der Kita. Frau Halder gab an, dass grundsätzlich auch Quereinsteiger*innen in der Kita arbeiten können, allerdings nicht angerechnet zum Personalschlüssel sondern zusätzlich. Der Verband stellt sich in jedem Kita Team eine feste heilpädagogische Stelle vor, ebenso braucht es eine Hauswirtschaftskraft. Für mögliche Quereinsteiger*innen sollten Fortbildungen zur Verfügung stehen, aktuell sei dieses Szenario wenig vorstellbar. Frau Braekow ergänzt, dass bei Quereinsteiger*innen deren Arbeitsbereich ganz klar definiert werden muss und dass diese auch tatsächlich eine Entlastung darstellen. Frau Halder kritisiert, dass aktuell immer mehr Leute durch die Prüfungen gelassen werden um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Frau Braekow informiert die Runde, dass der Verband am Montag, den 25.07.2021 ein Treffen mit ausgesuchten Fachschulen aus BW haben, hier wird die Ausbildung und die Zusammenarbeit Thema sein.

Frau Wehinger bittet um das Protokoll dieses Treffens, sie möchte sich im Herbst mit Fachschulen und deren Verbänden treffen und ist an den Inhalten unseres Gesprächs interessiert.

Das treffen endet nach 1h. Es wird vereinbart miteinander in Kontakt zu bleiben und sich gegenseitig bei wichtigen Themen zu informieren.

Wir bedanken uns für dieses offene und wertschätzende Gespräch und freuen uns auf weitere Zusammenarbeit.

Im Nachgang haben wir bereits das Treffen mit den Fachschulen durchgeführt, dieses kannst Du hier bei Aktuelles unter AG Ausbildung nachlesen, das Protokoll dieses Treffens haben wir an Frau Wehinger gesendet, die Vertreter*innen der Fachschulen waren damit einverstanden.

Der Kontakt zum Büro von Frau Wehinger ist aktiv und wir tauschen und regelmäßig aus, wir bedanken uns für dieses Vertrauen und hoffen auf eine tragbare und weiterführende Zusammenarbeit.

Solltest Du Rückfragen haben, bitte melde Dich, wenn Du dabei sein magst bei dieser Veränderung, sei es aktiv oder passiv als Stimme melde Dich auch gerne.

AG Ausbildung (Juli 2021)

Um unsere Ziele zu erreichen, haben wir mit unseren Mitgliedern zu den einzelnen Zielen Arbeitsgruppen gebildet. Diese beschäftigen sich mit den Problemen, bearbeiten die Wünsche und Forderungen und geben diese dann an die zuständigen Behörden etc. weiter.

Da wir als pädagogische Fachkräfte immer sehr spät, wenn überhaupt, bei Veränderungen zu Wort kommen, haben wir in der AG Ausbildung beschlossen, uns so schnell wie möglich mit den Fachschulen zu treffen und zu besprechen.

Folgende Einladung ging an ausgesuchte Fachschulen des Landes Baden-Württemberg:

Sehr geehrte/r

als Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg möchten wir uns heute bei Ihnen vorstellen. Sie als Leiter/in einer Fachschule in Baden-Württemberg sehen wir als eine/n weitere/n Ansprechpartner/in für unsere Belange.

Seit unserer Gründung im Januar 2021 sind wir ein stetig wachsender und aktiver Verband. Wir sehen eine unserer Hauptaufgaben darin, pädagogischen Fachkräften eine bildungspolitische Stimme zu geben.

Gemeinsam mit Eltern, Trägern, Fachverbänden und Interessierten machen wir uns auf den Weg, um die Bedingungen in den Kitas in Baden-Württemberg bedeutend zu verbessern. Kitas müssen zu einem Ort werden, an dem Kinder, Eltern und Pädagogen zusammen wachsen, erleben und leben können – denn „Wir stehen für Veränderung!“.

Aus diesem Grund verfolgen wir kontinuierlich unsere Ziele:

           1. Verbesserung der Arbeitsbedingungen

           2. Anpassung an einen zeitgemäßen Personalschlüssel

           3. Einheitliche und praxisnahe Ausbildung

          4. Verpflichtende Zusammenarbeit zwischen Träger, Leitung, Team und Eltern

Gerade bei unserem 3. Ziel: Einheitliche und praxisnahe Ausbildung sehen wir Sie als wichtige/n Ansprechpartner/in. Bei dieser Arbeitsgruppe setzen wir uns mit unterschiedlichen Ausbildungsformen, Praxisanleitung und Lehrinhalten auseinander. Wir setzen uns auf mehreren Ebenen ein, unsere erarbeiteten Ziele zeitnah zu erreichen.

Sie können sich gerne vorab über unsere Arbeit informieren, unsere Webseite finden Sie unter: www.verband-kitafachkraefte-bw.de

Hiermit möchten wir Sie und/oder eine/n Vertreter/in Ihrer Fachschule zu einem runden Tisch einladen. Bei dieser Veranstaltung sind unsererseits Vorstandsmitglieder anwesend sowie Vertreter weiterer Fachschulen mit denen wir zusammenarbeiten sowie Auszubildende.

Dieser findet am 26.07.2021 von 14.30 – 16.00 per Zoom statt.

Unsere Gesprächsthemen, über die wir uns mit Ihnen austauschen möchten, sind:

  • Ausbildungspläne
  • Erwartungen
  • Zusammenarbeit
  • Praxiszeiten
  • PIA versus klassische Ausbildung

Es haben sich mehrere Fachschulen zurück gemeldet, leider konnte so kurzfristig einige nicht teilnehmen. Wir haben uns mit 7 Fachschulen aus unterschiedlichen Landkreisen ausgetauscht. Vom Verband anwesend waren Anja Braekow, 1. Vorstand; Monika Landmann, Mitarbeiterin der Öffentlichkeitsarbeit und Carolin Vater, Gründungsmitglied.

Folgende Themen wurden besprochen:

  1. Vorstellungsrunde
  2. Pia vs klassische Ausbildung

Die Fachschulvertreter sind sehr zwiegespalten in der Einschätzung, in welchen Ausbildungsgang in Zukunft eher „investiert“ werden sollte. Im Laufe des Austausches kristallisiert sich heraus, dass die Meinung in Richtung Beibehaltung beider Ausbildungsgänge bzw aller derzeit angebotenen Ausbildungsgänge tendiert.

Zum einen unterscheidet sich das Klientel (vom Alter und auch Bildungsstand) in den Ausbildungsgängen stark und zum anderen wird argumentiert, dass je mehr Ausbildungsgänge angeboten werden können, umso eher erreicht man Menschen für die Ausbildung (Fachkräftemangel). Wobei die Bezahlung der Ausbildung von Anfang an die Wertschätzung der Ausbildung erhöht. Für die Vertreter*innen der Fachschulen sind beide Ausbildungsformen sinnführend und sollten beibehalten werden.

Die Idee des Blockunterrichts stellt die Schulen zum Teil vor organisatorische Probleme. Außerdem werden Bedenken hinsichtlich der langen Abwesenheit in beiden Bereichen geäußert.

Mehr Praxis würde man allgemein für sinnvoll erachten, sieht hier aber Probleme in der Umsetzung der Vermittlung der Theorie. Vorstellbar wäre eine Kombination aus Block.- und Tagespraktika.

Vor allem für Kinderpflege wären Blockpraktika sinnvoll.

  • 3. Zusammenarbeit zwischen Praxis und Theorie

Insgesamt wünschen sich beide Seiten einen besser strukturierten, regelmäßigen und intensiveren Austausch.

Meist fehlt hierfür das entsprechende Zeitkontingent. Ein regelmäßiger Jour Fixe für Praxisstellen und Lehrer würde begrüßt.

Die Voraussetzungen die die Auszubildenden mitbringen bringt einen höheren Betreuungsaufwand mit sich.

Auch hier sind wir mit den Fachschulen einig, dass es mehr Deputat zur Ausbildung geben muss. Praxisanleitung ist kein Ehrenamt. Ausbilder*innen brauchen Zeit, Vergütung und eine Weiterbildung.

Außerdem sehen die Schulen, dass sich Teamproblematiken stark auf die Qualität der Ausbildung in der Praxis und den anschließenden Berufsverbleib auswirken. Hier sollten die Träger stärker in die Pflicht genommen werden.

Ein Praxisbesuch zum Kennenlernen wäre wünschenswert.

Insgesamt kristallisiert sich die Meinung heraus, diese Thematiken noch einmal auf regionaler Ebene zwischen Praxisstellen und Schulen zu klären.

  • 4. Ausbildungspläne

Ausbildungspläne und Leitfäden werden von den Schulen individuell gestaltet. Grundlage hierfür ist die Ausbildungsverordnung für BAWÜ. Diese ist auf der Homepage des Landes einzusehen.

Viele Schulen reflektieren diese regelmäßig im Kollegium. Sinnvoll wäre es hier die Stimmen aus der Praxis und die der Schüler*innen mit einzubeziehen.

Die Schüler*innen bekommen die Pläne jeweils zum Beginn des Schuljahres ausgehändigt und sollen diese in die Praxis weiterkommunizieren. Dies gelingt leider oft eher nicht.

Auch hier könnte ein strukturierterer Austausch zwischen Schule und Praxisstelle zielführend sein.

Zusammenfassend möchten wir uns für diesen wertschätzenden und offenen Austausch bedanken, es ist für beide Seiten wichtig im Dialog zu bleiben. Es haben sich noch weitere Vertreter anderer Fachschulen gemeldet, diesen werden wir dieses Protokoll zusenden und planen im Herbst einen weiteren runden Tisch. Ein Protokoll dieses Treffen haben wir auch dem AK Frühe Bildung der Grünen zukommen lassen, das Thema Ausbildung muss und wird auch im Kultuministerium angepackt. Wir wünschen uns hier eine gute und zukunftsweisende Zusammenarbeit.

Kurzbericht aus der Arbeitsgruppe „Zusammenarbeit“ (Juli 2021)

Wir verfolgen kontinuierlich die Ausarbeitung unserer Ziele. Hierzu haben wir mit Verbandsmitgliedern Arbeitsgruppen gebildet. Eine dieser Gruppen arbeitet inhaltlich an den konkreten Forderungen und Veränderungen zum Thema Zusammenarbeit mit Träger, Leitung, Team und Eltern.

Die verpflichtende Zusammenarbeit gliedert sich in vier Bereiche und zwar in Eltern, Team, Leitung und Träger. Unser erster Schritt war es in der Arbeitsgruppe zu den verschiedenen Bereichen viele Feinziele zu sammeln. Hierzu möchten wir Dir einen kurzen Einblick geben.
In der Zusammenarbeit mit den Eltern ist unser Grundstock die Eingewöhnung für eine gute beginnende Erziehungspartnerschaft. Genauso halten wir für die Pädagogen eine Verpflichtende Kommunikationsschulung, ebenso wie für Berufseinsteiger eine Schulung um gelungene Elternarbeit aufzubauen für sinnvoll. Des Weiteren legen wir großen Wert auf gegenseitige Transparenz und e ine gute Zusammenarbeit. In jeder Kita braucht es Elternbeiräte und Gesamtelternbeiräte (auf kommunaler Ebene) zu denen der Informationsfluss sichergestellt sein muss. Zur Zusammenarbeit gehört auch die Teamarbeit. Hier
ist uns ein Angebot an individuellen Fortbildungen genauso wie verpflichtende Teambuildingmaßnahmen wichtig, welche bereitgestellt werden müssen. Wir wünschen uns eine einheitliche Regelung der Vorbereitungszeit sowie eine zusätzliche Vergütung für Zusatzaufgaben wie Praxisanleitung, Stellvertretung, Förderkräfte mit Weiterbildung etc.
Im Bereich Leitung ist uns eine qualifizierte Weiterbildung (z.B. Fachwirt, Teamcoaching) als Voraussetzung wichtig. Die gute Zusammenarbeit zwischen der Leitung und dem Team ist die Basis einer Kita. Hier sind Transparenz, Wertschätzung und ein gutes Teamcoaching sehr wichtig und sinnvoll.
Im Bereich Trägerzusammenarbeit ist uns ein regelmäßiger und verpflichtender Austausch wichtig. Es benötigt klare Absprachen und Transparenz. Ebenso sind uns klare Angaben zu Ansprechpartnern und deren Zuständigkeiten wichtig. Trägervertreter müssen in Personalführung, Kommunikation und Kita Qualität verpflichtend geschult werden. Das Qualitätsmanagement muss ebenso von den Trägern forciert werden und durch Audits und Unterstützung der Einrichtung gefördert werden.
Unsere weitere Vorgehensweise ist, dass wir uns in vier Teilbereiche der Zusammenarbeit Vorgehensweise ist, dass wir uns in vier Teilbereiche der Zusammenarbeit aufteilen. In den kleineren Arbeitsgruppen werden nochmals differenzierter die einzelnen aufteilen. In den kleineren Arbeitsgruppen werden nochmals differenzierter die einzelnen Bereiche ausgearbeitet. Bereiche ausgearbeitet.

Hast du Lust mit zu machen? Dann melde dich bei a.bartsch@verband-kitafachkraeftekitafachkraefte-bw.de

Wir freuen uns über weitere Unterstützung, gerne auch für einen bestimmten Teilbereich.

Die Berichte der anderen Arbeitsgruppen folgen hier ebenso. Es ist jederzeit möglich einzusteigen oder die eigenen Gedanken einzubringen, entweder per Mail oder persönlich.

Stellungnahme zur aktuellen Corona Situation in den Kitas in Baden-Württemberg. (20.03.2021)

Am 22.02.2021 starteten die Kitas in Baden-Württemberg wieder in den Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen. Seit Beginn des Jahres weisen wir als Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg darauf hin, dass eine Öffnung der Kitas in diesem Umfang nur mit einer stimmigen Teststrategie tragbar ist.

Aktuell sieht die Teststrategie maximal zweimal wöchentliche freiwillige Testungen des Personals auf Grundlage eines Berechtigungsscheins vor.

In vielen Kitas gibt es aktuell kein geschultes Personal, welches die Schnelltest durchführen kann, genau so fehlt es an gut organisierten Alternativen. Hier sehen wir die Notwendigkeit, Träger und Kommunen zu einem einheitlichen und sinnigen Handeln anzuhalten statt der aktuellen Willkür walten zu lassen.

Unserem Erachten nach muss mindestens dreimal die Woche die Möglichkeit bestehen sich vor Dienstbeginn einem Schnelltest zu unterziehen. Diese Zeit ist selbstverständlich als Arbeitszeit anzurechnen. Die Testungen können durch geschulte interne oder externe Personen durchgeführt werden. Optional können Kitas Selbsttests zur Verfügung gestellt werden, welche nach einer Unterweisung selbst durchgeführt werden können, um alle Dienstzeiten wie Früh- und Spätschicht abzudecken. Wichtig ist jedoch, dass die Träger und Kommunen verpflichtet werden, entsprechende Rahmenbedingungen und Testmöglichkeiten bereitzustellen.

Wir fordern einheitliche Regelungen in Bezug auf:

  • Schnelltestmöglichkeiten vor Dienstbeginn und als Arbeitszeit
  • Möglichkeit der Testungen in der Kita als Selbsttest
  • Berechtigungsscheine bzw. Testmöglichkeiten für mindestens dreimal die Woche
  • Einheitliche und verbindliche Mindeststandart der Teststrategie müssen in allen Kitas umgesetzt werden

An dieser Stelle möchten wir erneut darauf hinweisen, dass eine schlüssige Schnellteststrategie auch die Kinder und Familien miteinbezieht. Denkbar wäre es, die Kinder ebenfalls auf freiwilliger Basis und unter Beisein mindestens eines Sorgeberechtigten zu testen. Mittlerweile gibt es Tests, welche nur im vorderen Nasenbereich angewendet werden, was wir als für Kinder zumutbar erachten, und unter Anleitung auch von Laien durchgeführt werden können. Denkbar wäre beispielweise eine Sonntäglich Testung durch die Eltern via Videokonferenz angeleitet. Somit kann sichergestellt werden, dass nicht kurz nach Wochenbeginn Kitas aufgrund „diffusen Infektionsgeschehens“ geschlossen werden müssen. Alternativ könnten Kinder auch mindestens einmal die Woche vor Beginn ihrer Kitabetreuungszeit unter Aufsicht getestet werden.

Seit dem 23.02.2021 sind Mitarbeiter in Kitas in der Impfpriorität gestiegen. Diese Möglichkeit befürworten wir vom Verband Kita-Fachkräfte Baden-Württemberg und sehen es als einen wichtigen Schritt, um die Gesundheit des Personals in Kitas zu schützen. Wie gemeinhin bekannt ist, kann in diesem Arbeitsbereich kein Abstand zu den zu betreuenden Kindern eingehalten werden, noch durchgehend ein Mundschutz getragen werden, da Kinder auf die Mimik ihrer Mitmenschen für die eigenen kindliche Entwicklung angewiesen sind.

Mittlerweile ist bekannt, dass Impftermine rar sind und darauf kaum Einfluss genommen werden kann, ebenso wie auf die Wahl des Impfstoffs. Auf Grund dessen fordern wir, dass auch dieser Bereich der Gesundheitsfürsorge klar geregelt werden muss.

Wir fordern verpflichtend:

  • Impfungen vor Ort per „Impfmobil“ oder „Impfstationen“ direkt in der Kommune auch für Kita-Fachkräfte zu organisieren
  • Der Tag der Impfung und der Folgetag muss Sonderurlaub bei voller Entgelt Fortsetzung sein

Aktuell haben wir in den meisten Landkreisen in Baden-Württemberg erneut mit steigenden Inzidenzen zu tun. Immer öfters erkranken auch Kinder. Gerade unter Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen verbreiten sich die Virusmutationen schneller und weitläufiger als erwartet. Immer mehr Kitas müssen geschlossen werden und zig Familien müssen daraufhin in Quarantäne geschickt werden.  

Wir fordern einheitliche und verbindliche Regelungen um die Situation schnellst möglich zu stabilisieren und vor allem um den Gesundheitsschutz für Kinder, Familien und Kita-Personal zu gewährleisten.

Als Alternativen beziehungsweise zur Verbesserung zum aktuellen „Regelbetreib unter Pandemiebedingungen“ sehen wir unter anderem folgende Maßnahmen:

  • Wechselnde Betreuung in immer gleichen Kleingruppen (rollierendes System)
  • Gruppen dauerhaft verkleinern um Infektionsketten möglichst gering und nachvollziehbar zu halten
  • Bereitstellung ausreichender personeller Ressourcen, das heißt kein Wechsel innerhalb der Kohorten von Personal und Kindern
  • Reduzierung der Öffnungszeiten nach einem vorher festgelegten Ampelsystem (Inzidenz und Personalschlüssel)
  • Verbindliche Notfallpläne für Eltern die systemrelevanten Berufen angehören
  • Klare Regelungen bei Erkrankungen der Kinder, Familienmitgliedern und dem Kitapersonal
  • Keine Rückkehr nach einer Krankheit ohne Gesundheitsbestätigung
  • Nach einer Coronaerkrankung muss ein negatives Testergebnis vorgewiesen werden
  • Kinder und Personal müssen bei Erkältungskrankheiten mindestens 48 Stunden ohne Symptome sein bevor die Kita wieder betreten werden darf
  • Testmöglichkeiten auch für Kinder. Hier wäre es denkbar, dass diese von den Eltern in der Kita vor Kitabesuch durchgeführt werden
  • Wir fordern eine repräsentative aktuelle Studie zur Verbreitung des Covid-19 Virus und seiner Mutationen in Kitas. Dies Studie muss durch ein unabhängiges Institut durchgeführt werden

Warum ich beim Verband dabei bin – eine Stimme aus dem Vorstand

Hallo zusammen,

Ich möchte mich gerne mit ein paar Worten an euch wenden. Noch heute Nachmittag wusste ich nicht, ob mich die Muse für dieses Posting noch küsst, und nun sitze ich hier und schreibe, wie ich oft rede: Ehrlich und wie mir der Schnabel gewachsen ist.

Schon oft in meinem Leben bin ich an Grenzen gestoßen, die ich scheinbar, im ersten Moment, schwer oder kaum zu überwinden vermochte. Viele Schicksalsschläge haben mir immer wieder Steine in den Weg geworfen-doch für mich war zu jedem Zeitpunkt meines Lebens klar: Aufgeben ist keine Option!

Auch in meinem beruflichen Werdegang habe ich immer wieder gespürt, wie sehr es mir am Herzen liegt, mit ganzem Herzblut mit Menschen zu arbeiten, sie ein Stück ihres Lebens zu begleiten, ein Teil ihres Lebens sein zu dürfen. Viele Bereiche habe ich beruflich kennenlernen dürfen, von sozialen Brennpunkten über Arbeit im Heim, Hort und vielem mehr. Ich bin dankbar für jedes Lernen und jede Erfahrung, die ich dort machen durfte, auch wenn es oft mit Hilflosigkeit einherging und „Ich würde gerne so viel mehr geben“-und konnte es nicht aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen. Dass ich vieles richtig gemacht habe hat mir eine Situation vor etwa einem Jahr gezeigt: Ein früheres Mädchen aus einem meiner Arbeitsbereiche hat mich hier bei Facebook angeschrieben und mir gedankt, dass ich sie so genommen habe, wie sie war, auch „wenn ich weiß ich war nicht immer einfach“. Ja, sie war herausfordernd, doch ihre Reaktion zeigte mir, wie sehr sie in der Zeit bei uns wachsen und lernen konnte. (Sie war damals 8, jetzt ist sie 19 und geht ihren Weg-sie wird Erzieherin! 😉 )

Solche schönen Momente gab es oft, und doch war da seit ein paar Jahren dieses „Aber“. Dieses „Aber“ endete 2014 mit einer starken Tendenz Richtung Burnout, einem Jahr Krankschreibung-und der Überlegung, einen anderen Beruf zu ergreifen. Vieles stimmte nicht mehr für mich in der Kitawelt; Dinge, mit denen ich nur schwer oder gar nicht umgehen konnte, geschweige denn wollte. Gegen Ende dieses schweren Jahres 2014 war jedoch klar: Ich kann nicht ohne meinen Traumjob-also muss sich der Traumjob wieder für mich wie einer anfühlen. Ich suchte mir eine neue Stelle, mir ging es besser, doch das „Aber“ blieb. Ich wollte etwas verändern-nur was fehlte: Mitstreiter, die bereit waren, einen Weg der Veränderung zu gehen. Der Gedanke war jedoch stets da.

Dann kam Corona-und damit das Kennenlernen von so vielen tollen pädagogischen Fachkräften, die diesen Gedanken der Veränderung auch hatten. Und so entstand und reifte der Gedanke zur Gründung eines Verbands. Am 4.1.2021 kam dann endlich das, was viele Andere gemeinsam mit mir angestrebt hatten: die Verbandsgründung. Auf einmal wurden wir Viele, die unsere gemeinsamen Ziele verfolgen möchten: Die Kitawelt zu verändern und eine Stimme zu bekommen. In Kontakt gehen statt zu jammern. Veränderungswünsche klar zu formulieren und gehört zu werden. Ein wahnsinnig tolles Gefühl. Man lernt auch so viel über sich selbst dazu. Für uns alle ist dieser Verband zur Herzensangelegenheit geworden und wir geben alle unser Bestes, um diesen voranzubringen und in Austausch zu gehen-miteinander, mit Politikern, Trägern, Eltern, Interessierten usw. usf.

Wir möchten ALLE mit ins Boot nehmen, um eine bessere Arbeit in den Kitas zu ermöglichen. Wir alle sagen: Aufgeben ist keine Option! Werdet Mitglied, ob aktiv oder passiv! Wir stehen für Veränderung! Alles Liebe, Angie (2. Vorstand)